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Quelle: Warsteiner Rundschau vom 11./12. Januar 1958
100 Jahre ev. Kirche Warstein
Warstein. 100 Jahre ist die evangelische Kirche Warstein nun alt, sogar schon etwas
darüber. Genau genommen war sie schon am 25. Oktober 1957 100 Jahre alt, aber das Jubiläum
mußte ebenso wie das der katholischen Kirche in Warstein, die ebenfalls 100 Jahre alt ist,
verschoben werden. Doch nun sind alle Vorbereitungen abgeschlossen - das Geburtstags"kind"
mußte doch ein würdiges Gewand erhalten zur großen Feier - und das Jubiläum kann gefeiert
werden. Der morgige Sonntag wird der Tag sein, auf den 1400 evangelische Christen aus Warstein
und 400 aus dem nahegelegenen Suttrop, das mit zur Warsteiner Kirchengemeinde gehört, auf den
mit ihnen 4500 evangelische Gläubige aus der Kirchengemeinde der Ämter Warstein und Rüthen
seit Monaten warten, der Tag des 100jährigen Bestehens ihrer Kirche. Welche Bedeutung die
Feierlichkeiten haben, ermißt man am besten auch daraus, daß neben zahlreichen Ehrengästen
der Präses der evangelischen Kirche D. Wilm an diesem Festtag erscheinen wird.
Am 29. Januar 1829 versammelten sich am Badehaus in Belecke zahlreiche evangelische Christen
aus den Aemtern Warstein, Rüthen und Altenrüthen und konstituierten sich zu einer kirchlichen Gemeinde,
die damals 250 Seelen umfaßte. Den Vorsitz in dieser Versammlung hatte der damalige Pfarrer Schütz
aus Meschede. Im Laufe der Jahre wuchs die Gemeinde derart an, daß man - wie aus der Chronik
hervorgeht - 1852 den Entschluß faßte, in Warstein eine Kirche zu bauen. Schon zwei Jahre später
wurde der Bau in Angriff genommen und 1857 fertiggestellt. Am 25. Oktober 1957 waren es 100 Jahre
her, daß Generalsuperintendent Wiesmann die Kirche einweihte.
10.000 Taler kostete die Kirche damals,
Die Feier zum 100jährigen Bestehen
Interessant wird zum Abschluß ein Überblick sein, welche evangelischen Pfarrer bisher in Warstein
seelsorgerisch wirkten. Von 1847 bis 1893 - also 46 Jahre - war Pfarrer Geck als der Seelsorger der
evangelischen Gemeinde der Aemter Warstein, Rüthen und Altenrüthen in Warstein tätig; ihm folgte
bis 1898 Pfarrer von Renesse - ein Bruder des bekannten Ziegenbarons aus Münster - bis 1906 Parrer
Nottebohm, bis 1933 Pfarrer Prein, der schon ab 1904 in Allagen als Hilfsprediger und Lehrer tätig war.
Danach war die Pfarre längere Zeit nur mit einem Hilfsprediger besetzt. Von 1936 bis 1938 wirkte
Pfarrer Stein in Warstein, und von 1938 bis heute Pfarrer Trommershausen, der also jetzt schon 20 Jahre
in Warstein als evangelischer Pfarrer segensreich wirken durfte.
Heute sind in der 4.500 Seelen umfassenden evangelischen Kirchengemeinde Warstein/Rüthen Pfarrer
Trommershausen, Pfarrer Dönne (Heilanstalt), Pfarrer Dransfeld (Rüthen), Pfarrer D. Molitoris (Allagen)
und Pastor Loerbrocks (Belecke) als Seelsorger tätig. Dem Presbyterium, das 15 Mitglieder hat - neben
den genannten Geistlichen sind die rstlichen Mitglieder Laien - steht seit 20 Jahren Pfarrer Trommershausen
als Vorsitzender vor.
Die Westfälische Rundschau entbietet der evangelischen Kirchengemeinde Warstein/Rüthen zum
100jährigen Bestehen ihrer Kirche in Warstein herzliche Glückwünsche und wünscht den Festlichkeiten
zum Jubiläum einen guten Verlauf. |