Quelle: WR Warstein vom 12.06.2002

50 Jahre Jugendheim Belecke
- Zeitzeuge Vikar Karl Klöcker

Berichtete von den ersten Tagen: Pfarrer i.R. Karl Klöcker.

Belecke. (pb) Viel kirchliche und politische Prominenz gab sich jetzt im Jugendheim Belecke ein Stelldichein, um ein denkwürdiges Jubiläum zu begehen. 50 Jahre Jugendheim Belecke hieß es zu feiern.

Der Mangel an Räumlichkeiten für eine aktive und erfolgreiche Jugendarbeit war der Auslöser für den Bau des Jugendheimes in Belecke. Die Laienspielschar der Kolpingsfamilie hatte keine Möglichkeit ihr Können unter Beweis zu stellen, der sonst genutzte Raum in der Schützenhalle wurde einem Kinounternehmen zur Verfügung gestellt. Selbst für den gestifteten Billardtisch gab es keinen Platz. Glaubensstunden sowie gesellschaftliche Seminare konnten ebenso wenig in geeigneten Räumen stattfinden wie die Jugendarbeit.

Pastor Gerd Westermann konnte zur Freude aller Teilnehmer an diesem Abend den Mann begrüßen, für den diese untragbare Situation damals eine Herausforderung war. Vikar Karl Klöcker erkannte schon bald wie notwendig die Schaffung einer geeigneten Räumlichkeit ist. Langsam abber sicher entwickelte sich der Plan zum Bau eines Jugendheimes.

In vielen Versammlungen wurde der ursprüngliche Plan, den alten Pfarrsaal zu erweitern und die Tenne der Vikarie zu überbauen, verworfen . Bernhard Hense damals: "Renovieren, umbauen? Nein, da machen wir nicht mit. Wir bauen ein neues Jugendheim."

Das dieser Bau heute so da steht wie er allgemein bekannt ist, verdankt Belecke vor allem dem Mut und unermüdlichen Arbeitseinsatz des heute 91-jährigen Vikars Karl Klöcker. "Mit dem Moped bin ich damals nach Münster gefahren, um alles erforderliche in die Wege zu leiten. Heutzutage würde Paderborn zum Bau keine Zustimmung mehr geben", erinnert sich Pfarrer i.R. Klöcker.

Auch der Kolpingsfamilie gebührt für ihren tatkräftigen Einsatz besonderer Dank. Jedoch wäre alles "für die Katz" gewesen, wäre da nicht die Belecker Jugend gewesen. Mehr als 100 freiwillige Helfer von damals sind namentlich erfasst. Leider konnten 40 Helfer das diesjährige Jubiläum nicht mehr mitfeiern. "Sie schauen sich die Feier bestimmt von oben an", so Pfarrer Westermann in seiner Laudatio.

Besonders zu würdigen ist die Arbeit der Helfer, bedenkt man die Umstände der damaligen Baumaßnahmen. Technische Hilfsmittel wie sie heute jeder kennt, gab es damals nicht oder sie standen nicht zur Verfügung. Hacke, Schüppe und Schubkarre waren die gängigen Arbeitsmittel. Für den Sockel wurden die Steine in den Steinbrüchen in der Bormecke von Hand gebrochen. Der Bauschutt wurde mit Ackerwagen abgeräumt. Sämtliche Baumaterialien wie Zement, Backsteine, Dachpfannen usw., mussten von Hand transportiert werden.

Über die Grundsteinlegung des immerhin 100 000 DM Projektes schrieb die damalige Lokalpresse am 31. August 1952: "Die Urkunde, die bei der Grundsteinlegung mit christlichen Zeitschriften und Zeitungen eingekapselt wurde, soll späteren Zeiten davon Kunde geben, dass die Belecker Jugend in einer zerrissenen und ungläubigen Welt, zusammengehalten durch das Band des christlichen Glaubens, ein Werk der Eintracht und Gemeinschaft hervor gebracht hat."

Pfarrer Kleinsorge, der die Grundsteinlegung symbolisch vornahm, sprach damals den Wunsch aus, dass das Haus eine wahre Heimstatt sei und der Jugend die ideale der christlichen Lebensform vermitteln solle. Diesem Wunsch konnte bis heute zur Freude der Gemeindmitglieder entsprochen werden.