13.3 Aspe (westlich Brilon)

Lage: östl. Altenbüren in der Gemarkung Im Südfeld

Die Gruben auf dem Aspe bauten auf dem Gang Gesekerstein. Tagebau und Bremsberg wurden wohl von den Gebrüdern Becker betrieben. Dann Verkauf oder Verpachtung an die Firma Risse & Osterholt aus Belecke. Diese Firma teufte nur wenige Meter seitlich des Kalkspatganges im Nebengestein einen Schacht. Der Schacht wurde bestückt mit einem Stahlfördergerüst von der ehemaligen Kalkspatgrube Karthaus. Der Schlosser Franz Stemmer berichtete mir von dieser Demontage auf Karthaus und dem Wiederaufbau am Aspe. Sie hätten bei diesen Arbeiten dem Alkohol zugesprochen. Auch konnte er mir noch genau den Förderkorb oder besser gesagt den Tragboden beschreiben. Ich fragte ihn sofort, ob mit diesem Förderkorb auch Seilfahrt gemacht wurde. "Ja, selbstverständlich, alle sprangen auf den Förderkorb und ließen sich in die Tiefe fahren. Trotz Verbot der Seilfahrt".


Aspe westl., 2. Sohle im Querschlag (Abb. 39)


Aspe westl., Heinz Hänisch mit Fülltrog (Abb. 40)

Der Kalkspat auf Aspe westlich hatte eine Mächtigkeit von ca. 15 Meter und trümmerte nach Nordwesten auf, um dann nach ca. 50 Meter auszukeilen. Im Schachtbereich der 3. Sohle beträgt die Mächtigkeit des Nebentrum 2,50 bis 3,00 Meter. Der Schacht trifft hier schon das Nebentrum. Der Gang wurde auf der 3. Sohle rund 260 Meter in Streichrichtung gebaut. Den Abbau auf der 4. Sohle wollte man durch einen Bremsberg von der 3. zur 4. Sohle lösen. Die Auffahrung der 4. Sohle musste wegen des Grundwassers aufgegeben werden (siehe auch Aspe östlich).


Heinz mit Gabelkrätzer (Abb. 44)

Bei mehreren früheren Befahrungen der Grube fertigte ich einige Skizzen an. Es war sehr eindrucksvoll für mich, noch auf der 2. Sohle im Querschlag und im Nebentrum 10 Stück 500-l-Förderwagen anzutreffen. Auch führen 300er-Luttentouren der Sonderbewetterung in jeden Abbau, ja selbst ein Preßluftlüfter hing noch an seiner Stelle auf der 2. Sohle. Zwei Ladestellen nahmen wir in Augenschein. Die Schachtzimmerung ist zusammengebrochen und liegt auf der 3. Sohle. Unter diesen Trümmern fand ich auch den von Franz Stemmer beschriebenen Förderkorb. Ein Fülltrog (Gezähe der Siegerländer Erzbergleute) auf der 2. Sohle deutete auf den Einfluss von Siegerländer Steigern hin. Am Bremsberg steht noch der Elektrohaspel. Die 4. Sohle befindet sich ständig unter Wasser. Bei Schneeschmelze oder wochenlangen Regenfällen steht die Grube ganz unter Wasser.


Rainer will Spat laden. Ladestelle 3. Sohle. (Abb. 45)

Über Tage blickt man in den bis zu 15 Meter tiefen abgebauten Spatgang (eine riesige Schlucht, worin sich die Füchse wohlfühlen). Das Fördermaschinengebäude und der Mannschaftsraum sind noch erhalten. Der Schacht ist mit einer dicken Betonplatte gesichert. Die zwei starken Fundamente der Fördergerüst-Stützen zeugen noch von diesem Spatbergbau. Im Mannschaftsraum erinnert noch ein über dem Fenstersturz gezeichnetes Schlegel- und Eisen-Symbol und der Bergmannsgruß "Glück Auf" an die aktive Periode dieser Grube.

Da es zwei Gruben mit dem Namen "Aspe" gab, ist aus den Jahrbüchern des Deutschen Bergbaus (3) nicht klar ersichtlich, um welche Grube es sich handelt und ab wann Tagebau bzw. Tiefbau betrieben wurde. Auch wenn die Spatgruben schon lange aufgegeben waren, so hatte man sie häufig beim Bergamt noch nicht abgemeldet.


Dieter wartet auf den Spat von der 2. Sohle. (Abb. 46)

Zu Aspe westlich
Belegschaft: 10-11 Mann unter Tage (nach Franz Stemmer, Brilon); bei W. DEGE sind 1966 nur 5 Arbeiter angegeben (6).
Franz Stemmer berichtete mir von einem Spatbergmann LEDER aus Scharfenberg. Er soll durch Steinfall aus der Firste auf der 2. Sohle zu Tode gekommen sein. Als Betriebsleiter wurde mir ein Josef Stratmann genannt.


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