13.33 Eichholz II

Nr. 33 der Übersichtskarte
Lage im Immental nordwestlich des Thülener Steins, links der Kreisstraße K 60 Thülen - Radlinghausen
Förderschacht: 63 Meter Teufe, Bolzenschrotzimmerung
Förderturm: Holzförderturm mit zwei Austragungsrutschen

Bei einer Befahrung der Grube konnte ich noch bis zur 7. Sohle vordringen und den Mineralreichtum der Grube kennen lernen. Im Frühjahr steht diese Sohle immer unter Wasser. Für mich war auch sehr beeindruckend, dass in der Firste der 7. Sohle ein großer Klotz Grünstein von einigen Metern Länge und ca. 2 Meter Mächtigkeit ansteht. Auch Eichholz II baute auf der Immentalstörung.

Erwähnenswert ist, dass man auf einigen Sohlen beim Rückbau nicht die Firste und Stöße nachgerissen, sondern in der Sohle zwei Meter tiefe Bohrlöcher getrieben, gesprengt und weggeladen hat (mündlich n. Josef Witteler). Der Bergmann spricht vom "Wippen". Die Sohle wird hochgewippt.
Hier mein Erlebnisbericht aus dieser Grube, 1980 in der Ruhrkohle-Werkszeitschrift wiedergegeben (11):

13.33.1 70 DM Erlös für 1 Tonne
"Kalkspat wird in der Bauindustrie und in der chemischen Industrie benötigt. Es ist Zusatzstoff im Edelputz und dient als Gartenkies. Eine Tonne des Minerals (Calcit, chemische Formel CaCO3), das durchsichtig oder undurchsichtig sein kann, farblos oder vielfach gefärbt, bringt so um die 70 Mark Erlös.

Bevor Heinz Hänisch die Grube Eichholz II sah, waren manche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Der Hauer aus Wulfen informierte sich vor dem Besuch: Auf vier kleinen Gruben im Raum Brilon-Thülen wird Kalkspat gefördert; in jeder Grube arbeiten drei bis vier Mann. 'Also Mini-Bergbau', sagt Heinz Hänisch, aber ganz interessant.

13.33.2 Viele Arten der Förderung
Gefördert wird aus einer Tiefe von rund hundert Metern. Auf zwei Anlagen bringen Grubenförderer das Mineral über Schächte zutage, in einer anderen läuft eine Bandanlage über einen Schrägstollen, und in der vierten Grube fahren Gleislosfahrzeuge (Lastwagen) über Rampen bis vor Ort. 'Zwei Jahre bemühte ich mich, um einen Blick in den Kalkspatbergbau werfen zu können', berichtet Heinz Hänisch. 'Ich fuhr zu einigen Gruben, sprach mit den Aufsichtspersonen - aber keiner wollte seine Bergtechnik preisgeben.'

Der Hauer ließ nicht locker. Im Bergbaujahrbuch 1979 fand er die Anschriften der Grubenbesitzer, rief an. Endlich, beim vierten Besitzer erhielt er 'grünes Licht' für einen Besuch: Josef Grawe, Besitzer des Terazzowerks Brilon, zeigte Heinz Hänisch seine Grube.



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