Quelle: Heinz Wilhelm Hänisch: "Der Kalkspatbergbau auf der Briloner Hochfläche", 1996, ca. 240 Seiten
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Der Kalkspatbergbau auf
der Briloner Hochfläche

Ein Beitrag zu seiner Geschichte und Entwicklung
Unter Berücksichtigung des Kieselschieferbergbaus am Windsberg

INHALTSVERZEICHNIS
Die Geschichte des Kalkspatbergbaus
Geologie
Kalkspat
Das Recht
Verträge
Schürfen
Die Form des Kalkspatbergbaus
Die Schächte
Die Strecken
Fördermenge
Die Löhne
Aus der Arbeitswelt des Spatbergmannes

DIE GRUBEN
Am Eisenberg (Altenbüren)
Karl (Brilon)
Aspe, westlich (Brilon)
Aspe, östlich (Brilon)
Paul (Brilon)
Burhagen (Brilon)
Böddicker (Brilon)
Theresia (Brilon)
Die Firma Heinrich Lahme (Brilon)
Heinrich (Brilon)
Am Fettebauch (Brilon)
In der Helle (Brilon)
Karthaus (Brilon)
Scheffelsberg (Brilon)
Martina (Brilon)
Johannes (Brilon)
Unbekannte Grube, Pächter Fa. Grawe (Brilon)
Raumberg (Brilon)

DÖNEKES
Wülfte (Wülfte)
Jeanette (Brilon)
Briloner Feld (Brilon)
Thülen II (Brilon)
Am unteren Schaaken (Brilon)
Brigitte (Brilon)
Am Schaaken (Thülen)
Göke (Nehden)
Nehden (Nehden)
Annemarie (Alme)
Unbekannte Grube der Fa. Heitmann (Thülen)
Stemmel (Thülen)
Louise (Thülen)
Künemund (Thülen)
Eichholz II (Thülen)
Eichholz III (Thülen)
Unbekannte Grube im Eichholz (Thülen)
Eichholz I (Thülen)
Grüberg II (Thülen)
Grüberg I (Thülen)
Am Stiggen (Madfeld)
Helga
Schurf Riggert

DER BERGBAU AUF KIESELSCHIEFER (LYDIT)
Winsberg I (Altenbüren)
Winsberg II (Brilon)

Übersichtskarte
Literaturverzeichnis
Abbildungsnachweis
Dank
Erläuterung einiger bergmännicher Fachausdrücke


13.1 Am Eisenberg (Altenbüren)
Lage: nördl. des Zwöllberges, östl.Altenbüren

Es handelt sich hierbei um eine Kalkspatgrube der Firma GÖKE. Im Jahrbuch des Deutschen Bergbaus (3) fand sich ein Hinweis auf eine Grube bei Altenbüren, und zwar die Kalkspatgrube "Am Eisenberg". Es soll von einem Schacht mit Dreibock von 10 bis 15 m Teufe aus abgebaut worden sein. Es ist nichts mehr in der Örtlichkeit vorhanden. Aber einige Meter weiter östlich, an der Wegkreuzung, steht noch ein ausgedehnter Schuppen. Wie mir ein Kollege berichtete, hätte er dort in der Gegend in einem Schuppen eine Spataufbereitung gesehen.

Dieser Hinweis war richtig. Ich fand in diesem Schuppen eine Miniaufbereitung" der Firma GÖKE. Brecher, Gummiförderband und Siebanlage mit unterschiedlichen Antriebsmotoren, mal mit Benzin-, mal mit Dieselmotoren versehen. Dies ist noch eine der wenigen erhaltenen Aufbereitungen des einst blühenden Briloner Spatbergbaus.

Eine weitere Aufbereitung befindet sich zur Zeit noch in Brilon in der Gernandstraße auf dem ehemaligen Firmengelände des Josef Grawe. Wie mir Ortsansässige erzählten, war der Herr Göke wohl eine Art Weltmeister im Erstellen von Spatschächten mit und ohne Ausbau. Er versuchte diese Gruben dann an gut betuchte Interessenten zu verkaufen, was ihm auch öfter gelang. Nordwestlich von Nehden ist heute noch ein Hinweis auf eine Spatgrube der Firma GÖKE sichtbar.

13.2 Karl (Brilon)
Lage: östl.Altenbüren in der Gemarkung Im Südfeld

In den Jahrbüchern des deutschen Bergbaus taucht diese Grube in den Jahren 1963-1973 auf. Am 04.04.1995 war ich mit Herrn Horst Otminghaus auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Grube Karl. Er machte mir folgende Angaben:
"Den Kalkspat haben wir ca. 100 Meter in südöstlicher Richtung abgebaut, während nach Nordwesten der Gang nach einigen Metern auf eine Querstörung stieß. Wegen Unwirtschaftlichkeit wurde der Gang zur Teufe nicht mehr untersucht (keine Gelder). Belegschaft: 3 Mann".
Förderschacht: 32 Meter Teufe, Bolzenschrotzimmerung. Fördergerüst: Erst Dreibock, dann Stahl "Typ Otminghaus". 2 Sohlen. Die 2. Sohle war nur einige Meter ausgesetzt. Betriebszeit: 1961 bis 1965. Am 30.11.1977 wurde der Schacht verfüllt. Betreiber: Terazzo Ulm.

Im Jahre 1972 haben einige Kollegen von mir die Grube befahren (Schacht mit Förder- und Fahrtrum, ca. 15 Meter). Da waren die vom Schacht abgehenden Strecken bereits zugeschossen. Auf den Lutten lagen noch Reste von stengeligen Spatkristallen, die eine Länge von bis zu 20 Zentimeter erreichen konnten und deshalb diese Grube bei eingeweihten Mineraliensammlern sehr beliebt machte.


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