Quelle: "Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes", 1967, Heinrich Streich, S. 99

Erzgrube "Rom" am Oberhagen

Quelle: WR Warstein vom 04.01.2006
Sondermüll im Erdinneren kann Trinkwasser gefährden

Warstein. Mit allen Auswirkungen, die das geplante Risse-Projekt nach sich ziehen, beschäftigt sich die "Initiative Oberhagen". Unter diesem "Arbeitsbegriff" befindet sich derzeit eine Initiative in Vorbereitung, die für den 26. Januar eine große öffentliche Veranstaltung plant.

Ausschlaggebend für das Engagement zum Erhalt des Naturschutzgebiets Oberhagen sind "Nachrichten aus dem Erdinnern". Denn inmitten des Oberhagens befindet sich der Eingang zur "Grube Rom", in der einst Erz gefördert wurde. Die Grubenöffnung ist abgesperrt, der Zugang untersagt, da sie sehr weit in die Tiefe führt, zu Stollen und Hallen in absoluter Dunkelheit.

Die Grubenerkunder vermelden nun aus dem Erdinneren, dass sich hier heute im Wesentlichen eine Müllhalde befindet. Über Jahrzehnte ist in dieses große Erdloch illegal entsorgt worden, was man auch von wilden Kippen kennt. Es handelt sich um Sperrmüll wie Fahrradgestelle und Pakete mit Werbebroschüren. Aber nicht nur solch relativ Ungefährliches wurde in hohem Bogen in den Schlund geschleudert, sondern auch Sondermüll wie Motorenteile und Munitionsreste aus dem Krieg.

Besonders brisant wird dieser Befund insofern, als hier im Berginnern recht gewaltige Wasserströme fließe. Die Bäche - vermutlich Quellwasser (Grundwasser), das an der Treisenquelle nach außen tritt - dienten einst u.a. zur Energiegewinnung im Bergbau.

Ist bereits die Vorstellung, dass belasteter Müll sich in Quellwasser mischt, besorniserregend, so ergeben sich nun weitere Risiken: Die wieder aufgenommene Sprengtätigkeit im stillgelegten Bruch gefährdet mit ihren weitreichenden Erschütterungen die Wasserläufe der unterirdischen Quellwässer. Der gefährliche Müll könnte ausgeschwemmt, die Trinkwassergewinnung gefährdet werden.

Ferner ist das weit verzweigte Stollensystem - der Erzbergbau reicht ja zurück bis in mittelalterliche Zeiten - ziemlich unbekannt; nicht auszuschließen, dass die Gänge im Oberhagen genau in diesen Bereich führen, der nun abgesprengt werden soll.

Wegen dieser Gefährdung traten die "Grubenforscher" nun mit ihren fotogestützten Informationen an die "Initiative Oberhagen" heran. Ihre Vertreter sind der Ansicht, dass es neben den vielen Argumenten gegen dieses Projekt gerade diese aufsehenerregende "Nachricht aus dem Erdinneren" verbieten müsste, den eigentlich geschützten Berg weiter anzuknabbern.

Eine weitere brisante Mitteilung der Bergkundler: Im "Hohen Stein", jenem von einem Kreuz gezierten, der Steinbruchwand vorgelagerten Fels, befinden sich verwinkelte Bunkergänge von mindestens hundert Metern Länge, in denen mehrere Behälter mit ätzenden Inhalten, möglicherweise Industrie-Sondermüll, lagert - "für den Bereich eines Naturschutzgebietes unvorstellbar," so die Initiative.

Quelle: Wikipedia
Einen interessanten Extrem-Standort bilden die großen Bereiche der ehemaligen Eisenerzgrube „Rom“ mit ihren beiden großen und sehr tiefen Pingen, bzw. Tagesöffnungen. Hier finden sich verschiedene Farne und Moose, die aber wegen der Unzugänglichkeit und Gefährlichkeit des Wuchs-Standortes bisher noch nicht näher untersucht worden sind.


Lexikon für die Stadt Warstein, erstellt durch Horst Hassel,
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