Quelle: WP Meschede vom 26.09.2008

Veleda-Höhle bald offen
Bürgermeister ist optimistisch / Führungen im Sommer

Velmede. (sel) Die mögliche Öffnung der Veleda-Höhle in Velmede nimmt immer konkretere Formen an. „Es sieht gut aus”, betonte Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport, Jugend, Familien, Senioren und Soziales. „Vielleicht können schon im nächsten Sommer die ersten Besuchergruppen durch die Höhle geführt werden”, so Péus. Es seien noch diverse Formalitäten zu erledigen und auch Sicherheitsmaßnahmen müssten noch ergriffen werden - generell sei er aber optimistisch, dass die gelegentliche Öffnung der Höhle für geführte Besuchergruppen kommen werde. Besichtigungen werden jedoch nur in den Sommermonaten möglich sein. Denn - ähnlich wie beim Tunnel des Sauerland-Radrings - nutzen Fledermäuse die Höhle als Winterquartier. Von Oktober bis April werde die Höhle also definitiv geschlossen bleiben, um die Tiere nicht zu stören und in ihrem Bestand nicht zu gefährden, so der Bürgermeister in der Ausschusssitzung.


Quelle: Westfalenpost für Eslohe und Bestwig vom 07.12.2006



Das Titelbild dieses 1966 erschienenen Buches von Walter Sönnecken zeigt eine Szene aus der Veleda-Höhle. Sönnecken schreibt dazu u. a.: "Um Klarheit über den weiteren Verlauf des Ganges zu erhalten, habe ich den unter Wasser stehenden Spalt durchschwommen."


Quelle: "Unterirdische Zauberreiche des Sauerlandes", 1967, Heinrich Streich, S. 105

Veleda-Höhle

Wandert man von Velmede nach Süden im schönen Tal aufwärts in Richtung Halbeswig, so erreicht man nach etwa 1000 Meter links am Wege einen Steinbruch. An diesem geht es links vorbei, mäßig ansteigend, bis wir nach etwa 280 Meter drei Eingänge der Veleda-Höhle erreichen. Gekennzeichnet sind die Eingänge durch eine hohe Fichtengruppe. Alle Eingänge sind heute durch starke Eisengitter gesichert. Die Gesamtlänge aller Gänge wird mit 105 Meter angegeben. Die Befahrung ist schwierig und sollte nur gut ausgerüsteten Höhlengängern zugemutet werden.

Es handelt sich um eine kombinierte Horizontal- und Vertikalhöhle, dazu um eine ausgesprochene Erosionshöhle mit stark geprägten Auskolkungen an Decken und Wänden. Auswaschungen und Scheuerrillen sind gut erkennbar. Die Höhle befindet sich in einem Ost/West streichenden Sparganophyllum-Kalkzug in einem mit Buchenwald besetzten Höhenrücken, der auf der Nordseite auffallende Klippen bildet. Der Höhenrücken wurde daher mit Recht durch Verordnung des Landkreises Meschede zum Naturschutzgebiet erklärt.

Kulturgeschichtliche Bodenfunde dieser Höhle sind seit 1842 literarisch bekannt. Eiszeitliche Faunenreste sowie Hinterlassenschaften eiszeitlicher Menschen sind jedoch nicht festgestellt. Dagegen sind seit 1909 und 1911 durch umfangreiche Grabungen von Carthaus reiche eisenzeitliche Funde zutage getreten. Es handelt sich um Scherben, Bronzeschmuck, Glasperlen, Getreidereste und Feuerstellen. Die Funde befinden sich zum Teil im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Dortmund. Carthaus berichtet auch über den Fund von 32 menschlichen Skelettresten.

Die Bevölkerung um die Höhle erzählt von vielen Sagen. Es ist anzunehmen, dass keine Sauerland-Höhle so sagenumwoben ist, wie Veleda. Jedes Jahr zu Ostern ging Jung und Alt im feierlichen Zuge nach der Höhle, eine Handlung, die uralt zu sein scheint. Es konnte nicht herausgefunden werden, welche christliche Verehrung mit der Prozession verbunden ist. Auf dem Wege zur Höhle wurde gesungen und gebetet. Die Rückkehr ins Dorf begann, wenn zur Vesper geläutet wurde. Nach der Sage soll Veleda, eine Priesterin der Germanen, hier vorübergehend gewohnt haben. Wahrscheinlich wurden ihr in der Höhle Opfer dargebracht.

Auch wird die Veleda-Höhle mit der Sage vom Großen Riesen als auch von Frau Holle in Zusammenhang gebracht. In dem Höhlenteich sollen sich die kleinen Kinder befinden, die von Frau Holle behütet werden.
Die Annahme, dass die Höhle mit einem unterirdischen Gang bis zum Keller eines Hofes in Berlar (Luftlinie 3,2 km) führt, hat sich nach neueren Forschungen nicht erwiesen. Wegen der Nähe des hübschen Ortes Velmede im Ruhrtal wird sie auch Velmeder-Höhle genannt.
Besitzer: Landwirt Lorenz Strauß, Velmede, Telefon 02904/341. Kulturhöhle.



Quelle: Westfälische Kulturwege (http://www.kulturatlas-westfalen.de/)

Veleda-Höhle

Die Seherin Veleda (Weleda) soll im ersten Jahrhundert nach Christus in der nach ihr benannten Höhle geweissagt haben. Dass die Höhle lange Zeit von Menschen genutzt wurde und auch kultischen Zwecken diente, belegen die Erkentnisse des Höhlenforschers Emil Carthaus aus dem Jahre 1909. Annette von Droste-Hülshoff ist bei ihrem Besuch der Veleda-Höhle von der Atmosphäre des Ortes gefangen.

„Ein schönes Thal voll Gärten und Wiesen zwischen den auf beiden Seiten zurückweichenden Bergen und den Ufern führt uns nach Velmede, und zu dem Thore der Höhle, die von der Sage als Veleda`s Wohnung bezeichnet wird. Die Velmeder Höhle, welche man fast an der Höhe des Berges über dem Städtchen (muß heißen: Dörfchen) durch eine weite Thorwölbung betritt, ist eine geräumige aus einem Bogen geschlagene Halle, so weit und Kirchenähnlich, dass sie jährlich eine Prozession umfasst und christliche Gebete in endlosem Gesumme und Brechungen durch die Klüfte irren, wo einst unsere Wodansgläubigen Väter, unter dem feuchten Gewölbe sich fester in ihre Bärenhaut wickelnd, nach dem Felsspalte starrten, aus dem die mächtige Drude hervortreten musste. Im Hintergrund des Gewölbes senkt sich ein schwarzer Schlund fast senkrecht hinab, und hier mag Velleda, schaudernd vorgebeugt, den Stimmen ihrer schlimmen Götter gelauscht haben; drunten flüstert und zischt es; man hört den Stein, den man in den heiligen Schlund wirft, hier, dort, zehn, zwanzig Mal anfahren und dann in die Gewässer plätschern, die unten aus zahllosen Ritzen zusammenrieseln und ihre heimlichen Wege unter der Erde ziehen.“



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