1000 Jahre Belecke
938 - 1938

Festschrift, herausgegeben von der Stadt Belecke 1938
47 Seiten u. Anhang mit Anzeigen, zahlreiche Zeichnungen, Radierungen, Holzschnitte.


Anmutig liegt Belecke am Zusammenfluß von Wester und Möhne. Lebendig und malerisch baut sich das Ortsbild an dem Berge auf, der die alte Stadt trägt. Sie wird überragt von dem schweren Turm der alten Kirche, der noch romanischen Ursprungs ist.
Die Chronik benennt im Jahre 938 ein "praesidium badiliki". Schon damals also muß dort das Bad, der Gesundbrunnen bekannt gewesen sein. Nach wechselvollen Schicksalen gelang es freilich erst 1934, die alte Heilquelle wieder neu zu fassen. Ein hübsches Gebäude entstand an dem idyllischen Platz in der Felsenschlucht. Seitdem breitet sich der Ruf des Bades immer mehr aus.


Neben die alte Lebensgrundlage der Stadt, die Landwirtschaft, hat die Neuzeit eine beträchtliche Industrie gestellt. Mit dem Wirtschaftsaufstieg des nationalsozialistischen Deutschland bringt auch sie wieder Arbeit und Brot für viele, als eine Triebkraft für das weitere Aufblühen der Stadt. So bilden Landwirtschaft, Industrie und Fremdenverkehr eine vielseitige und weitgehend krisenfeste Grundlage für die wirtschaftliche Zukunft Beleckes.
Wenn nun die ruhmreiche alte Stadt sich anschickt, in anerkennenswerter Traditionsverbundenheit ihren tausendensten Geburtstag zu feiern, so bedeutet das zugleich eine große Verpflichtung. Belecke bildet vom Norden her gleichsam die Eingangspforte zum waldigen Süderland, dem Erholungsgebiet der Städter. Es möge stets eingedenk bleiben, daß es nur durch besondere Pflege seines schönen alten Ortsbildes und der es umgebenden Landschaft den Gästen etwas Einzigartiges zu bieten vermag. Denn der erholungssuchende Volksgenosse, zumal wenn er aus der Großstadt kommt, sucht gerade die Naturverbundenheit, das Urwüchsige, Bodenständige, Heimattreue und nicht Anklänge an letzte Moden und großstädtische Neuerungen. In Belecke haben vor allem die Mittelstraße, die Ost- und Weststraße diese Eigenart noch gut bewahrt und wirken daher ebenso künstlerisch einheitlich wie traulich und anheimelnd auf den Fremden. Denn das Alter einer Stadt soll sich besonders an ihrer baulichen Kultur ablesen lassen.

Tausend Jahre legen jetzt Zeugnis ab von der zähen Arbeit und dem Fleiß der Geschlechter, die Belecke schufen, so wie es heute steht. Auch heute im Dritten Reich steht die Einwohnerschaft der Stadt eingespannt in die Arbeit und den Aufstieg, der das gesamte deutsche Volk erfaßt hat. Unter einem solchen günstigen Stern begeht Belecke die Feier seines tausendjährigen Bestehens, zu einer Zeit also, in der die Stadt nur mit freudiger Hoffnung und Zuversicht in das neue Jahrtausend eintreten kann. Hier kann ihr Schicksal nur dem des gesamten Vaterlandes folgen. Daß sie jedoch trotz der Entwicklung ihrer Industrie und des Fremdenverkehrs zugleich so landschaftsverbunden und heimatverwurzelt bleibt, wie es heute ist, - das ist mein besonderer Wunsch zur Tausendjahrfeier!

Heil Hitler                                                                                  D. Teipel MdR, Landrat


In diesen Woche schickt sich die Stadt Belecke an, ein Volks-Heimatfest zu feiern.
Den geplanten Veranstaltungen kommt in diesem Jahr eine ganz besonders hohe Verantwortung, weil Belecke 1938 urkundlich auf ein Jahrtausend seines Bestehens zurückblicken kann.
Die deutsche Gemeindeordnung stellt als eine besondere Aufgabe der Gemeinden heraus, daß sie berufen sind, das Wohl ihrer Einwohner zu fördern und die geschichtliche und heimatliche Eigenart zu erhalten.
Das Volks- und Heimatfest 1938 steht bewußt im Zeichen dieser Aufgaben. Die tausendjährige Geschichte Beleckes wird in dem zur Ausgabe gelangenden Geschichtswerk eine eingehende Würdigung finden und auf diese Weise kommenden Geschlechtern überliefert werden.
Das zur Aufführung gelangende Festspiel läßt die Zeit vor fast 500 Jahren in uns wieder lebendig werden. Jene Zeit, da Beleckes Bürger in hartem Kampf um ihre Freiheit und die Erhaltung ihrer Rechte kämpften gegen die anstürmenden Feinde. Obwohl Deutsche - Männer eines Stammes und eines Blutes - doch feindliche Nachbarn.
So, wie in dem vergangenen Jahrtausend, werden die Belecker Bürger auch im 2. Jahrtausend ihrer Geschichte beweisen, daß sie ihren Mann stehen.
Ein Zeuge mit für diesen Willen wird das Heim der Hitler-Jugend sein, dessen Grundstein während der Festtage gelegt wird.
Diese Tat ist ein Beweis dafür, daß Belecke nicht gewillt ist, auf den Lorbeeren seiner Vergangenheit auszuruhen, sondern tatkräftig an der Vollendung des nationalsozialistischen Reiches Adolf Hitlers c mitarbeiten will.
In diesem Geiste wünsche ich den Veranstaltungen den besten Verlauf und der Stadt ein weiteres Jahrtausend aufblühender Entwicklung.

Warstein, den 23. Juni 1938                                                                     Unterschrift Amtsbürgermeister

(die gesamte Festschrift kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden)


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