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Geschichte der Stadt Warstein
aus den Quellen bearbeitet
von
Dr. Joseph Bender
Erschienen 1844 in Werl, Verlag der Stein'schen Buchhandlung
Nachdruck (Faksimile): 1973 Werl, Verlag der A. Stein'schen Buchhandlung |
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Vorwort
"Wenngleich in den Städten der Vorzeit, die, eigene Staaten bildend, ihre eigene
Geschichte hatten, das Bedürfniß und der Werth historischer Jahrbücher vorzüglich gefühlt
werden mußte, so erkannten dennoch auch in späteren und in andern Zeiten solche Städte,
die zu einem größern Ganzen gehörten, daß ihr Leben und Schicksal zwar in das dieses
größern Ganzen verflochten, aber darum nicht in ihm untergegangen sei, und bewahrten in
der Überzeugung, daß in der Gegenwart sich die Fäden anlegen, aus denen das Gewebe
späterer Zustände und Verhältniße begreiflich wird, daß auch Männern, deren Verdienste
nur ihren Mitbürgern zu gute und zur Kunde kamen, der Dank der Nachwelt, wenigstens der
eignen Enkel gebühre, daß die späteren Geschlechter der Belehrung, Warnung, Erhebung
durch Thaten und Leiden der frühern bedürfen, in Chroniken das Bild ihres Lebens künftigen
Zeitaltern auf. Die hierdurch bewirkte Verbindung zwischen Vorfahren und Nachkommen knüpfte
die Bürger selbst, die Zeitgenossen waren, enger an einander, und erhielt ihnen das Gefühl
einer, das väterliche Erbe gemeinsamer Schicksale und Verdienste auf die Enkel vererbenden
Familie, der kindlichen Anhänglichkeit an das von den Vätern erworbene Gute, brüderlicher
Gemeinsinn in Rath und That, aufopfernde Sorge für das kommende Geschlechte gezieme."
Mit diesen Worten leitet die Königliche Regierung zu Arnsberg eine Aufforderung vom 25. Mai
1818 (Amtsblatt vom Jahr 1818 Stück 35 S. 315) an die Ortsvorstände des Regierungsbezirks
zur Anlegung von Chroniken ein. Sie hat diese Angelegenheit stets im Auge gehabt und von
Zeit zu Zeit, auch mit lebhaftem Interesse für Aufzeichnung der älteren Geschichte, in Anregung
gebracht, nachdem sie am 27. Juni 1823 sogar eine besondere Instruktiou rücksichtlich der
Form solcher Arbeiten erlassen hatte. Der Stadtvorstand von Warstein nun, der rühmenswerthen
Absicht der obern Behörden entgegenkommend, hat deshalb im Jahr 1842 meinen Bruder willig
gemacht, sich der Abfassung einer Geschichte der Stadt Warstein zu unterziehen. Wie diese
Aufgabe gelöst worden, davon zeugt das vorliegende Werkchen.
Zur Bevorwortung desselben halte ich mich indes verpflichtet zu bemerken, daß der Entwurf dieser
Geschichte ursprünglich nicht zum Druck bestimmt gewesen ist. Als die Arbeit kaum beendigt
war, erhielt der Verfasser, bis dahin als Schulamts-Kandidat an den Gymnasien in Arnsberg und
Paderborn beschäftigt, einen Ruf als Gymnasiallehrer nach Conitz, und war daher außer Stande,
derselben eine größere Vollendung zu geben.
Dennoch aber erachtete der Stadtvorstand dieselbe für werth, sie seinen Mitbürgern als Druckwerk
in die Hände zu geben, und bewilligte, um die Anschaffung desselben durch niedrigen Preis
möglichst zu erleichtern, in gemeinnütziger Weise einen Beitrag zu den Druckkosten aus städtischen
Mitteln. Zu bedauern ist nur, daß der Verfasser von diesem Vorhaben keine offizielle Kunde erhalten
hat, um seine Schrift behufs Vorbereitung zum Druck einer Revision unterwerfen und durch
Benutzung, außer andern inzwischen erschienenen Geschichtswerken, insbesondere des reichen
Urkundenschatzes im II. Bande des Urkundenbuches zur Landes- und Rechtsgeschichte
des Herzogthum Westfalen von J. S. Seibertz, Arnsberg bei A. L Ritter, 1843, vervollständigen zu
können.
Statt dessen betraute er nachträglich zwar mich mit der Durchsicht des Manuscripts, nur brieflich
andeutend, was er wegzulassen, zu ändern oder zu ergänzen wünsche. Leider konnte meine
Einwirkung nur eine geringe bleiben, da mir durch widrige Umstände die Handschrift erst dann
zu Gesicht gekommen ist, als der Druck bereits zum größern Theil vollendet war. Ich habe mich
daher darauf beschränken müßen, im zweiten, diplomatischen Theile bei einzelnen Urkunden auf
das oben angeführte Buch hinzuweisen und in einem Nachtrage einzelne, den ersten, historischen
Theil theils erläuternde, theils ergänzende Notizen, zumeist aus dem eigenen Material des
Verfassers, zusammenzustellen.
Sollte daher das Büchlein, welches vielfach auch der Nachbarstädte gedenkt und dem vaterländischen
Geschichtsforscher überhaupt einiges Interesse darbieten dürfte, vielleicht seinen Weg über das
Weichbild, dessen Geschichte es enthält, hinaus finden, so möge wegen dieser Andeutungen der
Maaßstab zur Würdigung dieser ersten geschichtlichen Arbeit des Verfassers nachsichtlich verkürzt
werden!
Arnsberg, am 28. August 1844
August Bender
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Erster Theil,
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