Festschrift anläßlich der 100. Wiederkehr der Consecration der Pfarrkirche St. Pankratius in Warstein, 54 S., innen 25 Fotos, Reproduktion und Herstellung: Buch- und Offsetdruckerei Teutenberg, Warstein, Am Dom.

Im Jahre 1873 am 26. Mai übernahm die festliche Weihe der Bekennerbischof Conrad Martin von Paderborn.

Warstein, im Mai 1973



Zum Geleit
100 Jahre sind es nun her, seit die neue Pfarrkirche der St. Pankratius-Gemeinde in Warstein die feierliche kirchliche Weihe erhielt. Seit dieser Zeit dient das konsekrierte Gotteshaus der wachsenden Gemeinde drunten im Tal zur Feier des heiligen Opfermahles. Zu diesem Jubiläum entbiete ich der ganzen Gemeinde herzliche Grüße und Segenswünsche.
In diesen hundert Jahren hat sich die Welt stärker und schneller verändert als in vielen Jahrzehnten zuvor. Der Lauf der Zeiten war - wie überall in unserem Lande - von einem

bewegten Auf und Nieder bestimmt. Er hat Zeiten bitterer Armut gekannt, hat aber auch zum Wohlstand unserer Tage geführt. Er war gezeichnet von Kriegs- und Friedenszeiten, von Zusammenbruch und Wiederaufbau. Aber dieser Weg stand, das wollen wir nicht vergessen und heute dankbar rühmen, unter dem Schutz des Herrn.
Wer von uns wollte ermessen, wieviel Segen vom Altar der neuen Pankratiuskirche ausgegangen ist. Wie viele Menschen mögen sich Sonntag für Sonntag Kraft geholt haben im gemeinsamen Opfermahl oder im stillen Gebet vor dem Tabernakel. Gott allein weiß im letzten um den Glaubensgeist und den Opfermut einer christlichen Gemeinde.
Kirchen und Altäre sind - allem Wechsel der Zeiten zum Trotz - auf Dauer gebaut. Inmitten der Häuserzeilen unserer Städte machen sie deutlich, daß Gott bei uns ist und bleibt, daß Er wirklich sein Zelt unter uns aufgeschlagen hat. Aber Gottes Anwesenheit ist still und unaufdringlich. Sie kann in der Hektik unserer Tage erstickt werden. Eine lebendige Gemeinde wird man zuallererst daran erkennen, daß sie sich der Anwesenheit Gottes bewußt ist. Ich kann den Warsteiner Katholiken nichts Besseres wünschen, als daß sie auch heute und weiterhin in Anbetung, Dank und Opfer Gott dem Herrn verbunden bleiben.
In der Liebe zu unserer heiligen Kirche mit Ihnen vereint, grüße und segne ich die ganze St. Pankratius-Gemeinde.

Card. Jaeger                                     Erzbischof von Paderborn                                  Ostern 1973


Der Patron unserer Pfarrkirche "St. Pankratius"
Unter den Märtyrern der römischen Christenverfolgungen befinden sich auch mehrere jugendliche Heilige. Das römische Recht ließ den Kindern keine mildere Behandlung zuteil werden als den Erwachsenen, wenn sie sich gleich diesen weigerten, den heidnischen Staatsgöttern die befohlene Ehre anzutun. So ist es billig, daß die alten Christengemeinden diesen heiligen Kindern dieselbe Verehrung entgegenbrachten wie den Erwachsenen, die geistige und sittliche Führer ihrer Gemeinden waren. Die Verehrung des hl. Pankratius ist uralt und gibt die Gewißheit der Geschichtlichkeit dieses jugendlichen Märtyrers, obwohl die schriftliche Überlieferung nicht bis in die älteste Zeit zurückreicht.

Nur die Höhepunkte des kurzen Lebens dieses Heiligen werden in den Märtyrerakten erwähnt, sein innerer Entwicklungsgang und auch die Einzelheiten seines Martyriums bleiben im Dunkel. Die Andeutungen genügen aber, um ein anschauliches Bild von dieser lichten Heldengestalt zu gewinnen.

(die gesamte Festschrift kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden)


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