Quelle: WR Warstein vom 14.07.2005

Langsame Sterbehilfe für Maria Hilf

Über die Radiologie, die bald im Krankenhaus Maria Hilf nicht mehr zur Verfügung steht sowie über die zusätzlichen Wege, die Patienten in Kauf nehmen müssen, schreibt Edda Catherine Risse im Namen des FDP-Stadtverbandes: Die in unserem Krankenhaus vorhandene hervorragende medizinische Ausstattung wird dem ganz normalen ambulanten Patienten im Bereich Radiologie bald nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Schuld schiebt sich nur all zu leicht auf den Zulassungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen Arnsberg. Es stellt sich die Frage, warum dieser Ausschuss so handelt?

Die Trennung von Dr. Ibing und die Bindung gewisser Zulassungen an seine Person sind doch nicht erst seit gestern bekannt? Warum kümmerte man sich nicht zeitig um eine qualifizierte Nachfolge, die auch die notwendigen Zulassungen besitzt? Das Krankenhaus selbst hat im letzten Jahr massiv für den Erhalt der Klinik geworben und die Politiker der Stadt informiert und involviert, um die Bürger durch konkrete Beeinflussung von der Abwanderung zu anderen Krankenhäusern abzuhalten. Nun haben die Patienten im Bereich Radiologie keine Wahl mehr. Eine Untersuchung wird lange Wege und mehr Zeit und Aufwand kosten.

Kann man dies vermeiden, indem man sich in dem geplanten dem Krankenhaus angeschlossenen Ärztehaus behandeln lässt? Gräbt dies dann nicht den übrigen Warsteiner Ärzten das Wasser ab? Ist das sinnvoll? Deren Patienten dürfen sich nämlich demnächst für eine Radiologieuntersuchung auf den Weg nach Lippstadt machen.

Warum dann also noch zu Warsteins Ärzten gehen, wenn man im Ärztehaus alle Untersuchungen aus einer Hand bekommt? Mir ist schon klar, dass einige medizinische Bereiche eigene Fachzentren benötigen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Brustkrebszentren. Mit Fachzentren gibt es aber inzwischen durch die neuen Medien und zum Beispiel digitale Röntgenbildübertragung sehr einfache und sehr gute Kooperationsmöglichkeiten. Dazu hat man in Warstein keine Zulassung. Warum?

Die Kritik der niedergelassenen Ärzte in der Vergangenheit an der betriebswirtschaftlichen Leitung und an der Kompetenz des Krankenhauses blieb unbeachtet. Wenn eine Betriebsleitung versagt und einem Krankenhaus das Wasser bis zum Hals steht, dann sollte man doch sicher auf die Wünsche der überweisenden Ärzte unbedingt eingehen.

Diese liefern doch schließlich die Kundschaft?! Hilft es den Wasserkopf durch teure Berater zu erweitern? Wollten wir nicht sparen? Eine adäquate effiziente Betriebswirtschaftliche Unternehmensleitung und eine Verwaltungsleitung in Vollzeit wären eine anzustrebende Lösung gewesen. All dies ist in den Augen des Stadtverbandes der FDP Warstein keine Förderung von Warsteins Klinik, sondern eher eine langsamen schleichende, aber sehr eindeutige Sterbehilfe.

Edda Catherine Risse für den FDP-Stadtverband


Quelle: WR Warstein vom 08.07.2005

Röntgen? Ja, aber nicht immer

Warstein. (kt) Die Gerüchte rund um das Krankenhaus Maria Hilf nehmen kein Ende. Jetzt ist (erneut) die Nachricht gestreut worden, in Warstein seien demnächst keine Röntgen-Aufnahmen mehr möglich. Und erneut gibts vom Krankenhaus-Leiter Dr. Josef J. Leßmann ein Dementi.

Demnach sei es weiterhin möglich, werktags bis 19 Uhr radiologische Leistungen und Befunde in Anspruch zu nehmen. Diese Aufgabe hat nach dem Weggang von Dr. Ibing Ende Juni Frau Dr. Rhode-Gößmann übernommen - "und dies haben wir auch der Bezirksregierung in Arnsberg mitgeteilt", erklärt Leßmann.

Allerdings steckt auch ein Funke Wahrheit in den Röntgen-Gerüchten: So sind nuklearmedizinische Untersuchungen tatsächlich nicht mehr möglich und müssen von den niedergelassenen Radiologen übernommen werden. Außerdem: In Notfällen werden radiologische Untersuchungen im stationären Bereich im St. Walburga-Krankenhaus in Meschede vorgenommen. "Das gilt für eine Übergangszeit, die wir so kurz wie möglich halten wollen", betont Dr. Leßmann. In Meschede werden die Patienten durchleuchtet und erhalten den Befund. Anschließend gehts wieder zurück nach Maria Hilf. Leßmann erläutert: "In der Vergangenheit wurden derartige Leistungen vor Ort erbracht, wenn Dr. Ibing auch außerhalb seines Bereitschaftsdienstes erreichbar war." Allerdings hält Meschede jetzt einen fest installierten Rufdienst rund um die Uhr vor, so dass die "Befundungen auch direkt in jedem Falle möglich sind."

Geplant ist zudem, dass im Rahmen einer neuen Kooperation mit der radiologischen Abteilung in St. Walburga auch das Warsteiner Krankenhaus für die Digitalisierung der Röntgenaufnahmen sorgen wird. Das bedeutet: Zu jeder Tageszeit sollen die radiologisch-technischen Assistenten Aufnahmen (auch CT) durchführen können, die Ergebnisse werden dann aber von der Radiologie in Meschede ausgewertet und zurückgemeldet.

Weiterhin Kampf um Ermächtigung
Für den ambulanten Bereich gilt laut Angaben der Krankenhaus-Leitung: Dr. Blackstein kann im Rahmen der chirurgisch-ambulanten Nachsorge innerhalb von sechs Monaten nach der Entlassung der Patienten radiologische Leistungen erbringen. Außerdem ist er berechtigt, im Rahmen der Unfallchirurgie und von Skeletterkrankungen zu röntgen. Dr. Tonnesen ist hingegen berechtigt, Urogramme durchzuführen, und das werde er auch mit Hilfe der Radiologie im Krankenhaus fortsetzen.

"Wir werden bemüht sein, so konstruktiv und weitgehend wie möglich eine vernetzte, gut funktionierende Leistungerbringung zu realisieren", verspricht Dr. Leßmann. Außerdem bemüht sich die Ärztin Rhode-Gößmann derzeit, eine Genehmigung für ambulante Röntgen-Maßnahmen zu erhalten. Der Zulassungsausschuss hatte in seiner Sitzung Ende Juni eine Ermächtigung zunächst verweigert, da diese personen-bezogen ist und bisher von Dr. Ibing in Anspruch genommen wurde. Dass es keine nachfolgende Ermächtigung gibt, begründet der Ausschuss mit "zumutbaren Wegen" für Patienten. "Doch es gibt bereits deutliche Unmutsbekundungen von Patienten", will Leßmann weiter um die Ermächtigung kämpfen.


Quelle: WR Warstein vom 30.06.2005

Mit Zentrum ist Maria Hilf "auf richtigem Weg"

Von Konstantin Tassidis

Warstein. Als Dr. med. Frieder Kleinschmidt vor ziemlich genau 22 Jahren und 10 Monaten nach Warstein kam, musste er sich umgewöhnen. "Die Warsteiner meinen oft, der Nabel der Welt zu sein", erinnerte sich Kleinschmidt gestern Abend im Hotel Lindenhof. "Und in Sachen MVZ sind sie es tatsächlich", so der Facharzt für Chirurgie weiter. MVZ, das ist das Medizinische Versorgungszentrum, das bald am Krankenhaus Maria Hilf eröffnet wird.

Um über die geplanten Änderungen rund um Maria Hilf zu berichten, hatten Krankenhaus-Leitung und Hospitalstiftung ins Hotel Lindenhof eingeladen. "Wege in die Zukunft" lautete das Motto - "und ihr seid auf dem absolut richtigen Weg, das Krankenhaus für die Zukunft zu sichern und neu zu positionieren", sagte Dr. Kleinschmidt in Richtung Herbert Grewe (Vorsitzender Stiftung) und Josef Leßmann (Leitung).

Bis 1987 hat Dr. Frieder Kleinschmidt im Krankenhaus gearbeitet, anschließend eröffnete er seine Praxis in Belecke. "Die Entwicklung hatte ich seitdem mit einem besorgten, aber auch mit einem schmunzelnden Auge beobachtet", gestand Kleinschmidt gestern vor heimischen Ärzten, Politikern und geladenen Gästen. Denn ein Krankenhaus brauche, so der Mediziner, eine gute Kosten-Nutzen-Rechnung, aber auch einen hervorragenden Service für die Patienten. Mit dem kommenden Versorgungszentrum "wird das gelingen".

Dass es überhaupt zur Gründung eines MVZ kommt, daran hat Dr. Frieder Kleinschmidt maßgeblichen Anteil. Denn als es um seinen Ruhestand und um die Fortführung der Praxis ging, ließ er sich von Gerd Flaig und Willi Mues von der Idee des Versorgungszentrums begeistern. Das war auch gut so, denn ansonsten wäre der (chirurgische) Sitz nach Werl verlegt worden.

Antrag bereits eingereicht
Da es aber zum Glück nicht dazu gekommen ist, werden ab dem 4. Juli in der ambulanten chirurgischen Versorgung der Bevölkerung neue Wege beschritten: An diesem Tag eröffnet am Krankenhaus die Chirurgische Praxis von Dr. Kleinschmidt, in einigen Monaten kann dann das Medizinische Versorgungszentrum eröffnet werden. Der Antrag ist eingereicht und wird derzeit bearbeitet. Dr. Kleinschmidt wird anschließend in den Ruhestand treten, als sein Nachfolger wird Dr. Wolf-Gerhard Kramme die chirurgische Versorgung im MVZ übernehmen. In diesem Zentrum wird dann auch die Anästhesie vertreten sein. Diese Aufgabe wird Dr. Sigird Lohkamp übernehmen.


Quelle: WR Warstein vom 14.04.2005

Grewe: Es lohnt sich, für Maria Hilf zu kämpfen!

Von Horst Hassel

Warstein. "Das Krankenhaus Maria Hilf hat das Jahr 2004 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Das ist besonders erfreulich, weil es Anfang des Jahres noch anders aussah." Krankenhaus-Vorstand Herbert Grewe bekam im Rat viel Beifall für diese positive Entwicklung. Den "Bericht zur Situation des Krankenhauses Maria Hilf" hatte der Bürgermeister auf die Tagesordnung des Rates gesetzt. Vorstand Herbert Grewe zeigte viel Licht und etwas Schatten des Krankenhauses auf, dankte für die bisherige Unterstützung von Rat und Bürgerschaft und appellierte dann an alle Bürger, Maria Hilf zu unterstützen:

"Die ortsnahe Krankenhaus-Versorgung muss erhalten bleiben. Letzendlich geht es auch um rund 300 Arbeitsplätze in Warstein. Da lohnt es sich, zu kämpfen und für das Krankenhaus einzutreten!" Während landauf, landab Krankenhäuser schließen müssten, könne Maria Hilf viele Aktivposten aufweisen:

1.) verfügt das Krankenhaus über qualifizierte Ärzte und Pfleger/innen;
2.) ist die medizinisch-technische Ausstattung auf einem modernen Stand, durch pauschalisierte Fördermittel und Koperation besteht die Chance auf neue Patientengruppen und neue Medizintechnik;
3.) ist die Akzeptanz des Hauses in der Bevölkerung sehr gut, es wird als ortsnahe Einrichtung favorisiert;
4.) sind die Schritte zur Steigerung der Effizienz bereits eingeleitet. Seit drei Jahren läuft eine strategische Allianz mit den Westfälischen Kliniken (WKW), außerdem laufen Verhandlungen über eine Kooperation, die "hoffentlich noch in diesem Jahr Ergebnisse zeigen wird" und zur Standortsicherheit beiträgt. Verbesserungswürdig sei die Liquidität des Krankenhauses.

Das Resümee von Herbert Grewe lautete: "Das alles sind gute Ansätze zum Erhalt des künftig 163 Betten-Hauses. Harte Arbeit ist weiterhin erforderlich. Der Dank gilt auch dem Landschaftsverband für die Unterstützung." Dessen Vertreter, Stellv. LWL-Vorstandsvorsitzender Stahl, lobte Dr. Josef Leßmann, der einen guten Kontakt zur Bevölkerung und zur Ärzteschaft habe. Der Landschaftsverband unterstütze das Krankenhaus Maria aus egoistischen Motiven, denn er habe ein Interesse daran, dass das Krankenhaus in Ergänzung und Kooperation zur WKW erhalten bleibe.


Moderner Name für innovatives Krankenhaus 04.03.2005 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN Warstein. Der von der Gleichstellungsbeauftragten Anette Clement ins Leben gerufene überparteiliche Frauen-Arbeitskreis befasste sich jetzt mit der Sicherstellung der ärztlichen und krankenhausärztlichen Versorgung in Warstein. Mit Herbert Grewe, dem Vorsitzenden der Bruderschaft des Krankenhauses Maria Hilf, hatte man einen sachkundigen Gesprächspartner. Dabei interessierte die Frauen die Zukunft der Radiologie ebenso wie die Diskussionen um die Nachfolge der chirurgischen Praxis in Belecke, das Qualitätsmanagement innerhalb des Hauses und die Zukunftssicherung im ärztlichen Bereich. Die Politikerinnen sind sich einig, dass alles getan werden muss, um das Krankenhaus in Warstein zu erhalten. Man war sich klar darüber, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung entscheidend ist, um die Wirtschaftlichkeit des Krankenhauses zu gewährleisten. Und um diese Akzeptanz zu vergrößern, wurden am Runden Tisch Ideen und Vorschläge entwickelt, die weiterverfolgt werden sollen. Unter anderem wurden der Bereich Öffentlichkeitsarbeit kritisch unter die Lupe genommen und konstruktive Vorschläge erarbeitet. So erscheint den Frauen der Begriff "Bruderschaft" als Träger des Hauses wenig zeitgemäß. Gefordert wurde eine Änderung des Namens. Ein moderner Name sollte zu einem innovativen, zukunftsorientierten und gemeinschaftlichen Engagement von Männern und Frauen einladen. Da es immer schwieriger wird, die Gremien ehrenamtlich zu besetzen, könnte eine den Erfordernissen der heutigen Zeit angemessene Definition und Ausgestaltung der Aufgaben und Ziele der Trägerorganisation wegbereitend sein, um das Krankenhaus als für Warstein wichtigen medizinischen Grundversorger und Arbeitgeber zu stärken und zu sichern. Von den Frauen angeregt wurde eine Fragebogenaktion unter den Patientinnen und Patienten. Ähnlich wie in anderen Dienstleistungsbereichen sollte dieser Fragebogen aktiv an die "Kunden" des Krankenhauses herangetragen werden. Eine regelmäßige Auswertung der Fragebögen ermöglicht es, Stärken und Schwächen in den jeweiligen Abteilungen und im Leistungsumfang des Krankenhauses aufzuzeigen und kundenorientiert zu reagieren.


Maria Hilf "verständlich und transparent" 10.12.2004 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN Warstein. (HH) Schon unter der alten Betriebsleitung war es anvisiert, jetzt ist es in 5000 Exemplaren frisch auf dem Markt: das neue Patienten-Magazin "Einblick" des Krankenhauses Maria Hilf. Leitender Arzt Dr. Josef J. Leßmann und Gerd Flaig vom Stadtmarketing machten deutlich, was das neue Magazin bewirken soll: Es soll der Öffentlichkeit das Krankenhaus Maria Hilf verständlich und transparent machen. Nicht nur die medizinische Kompetenz des Hauses wird unter der Überschrift "Gesundheit der kurzen Wege" eingebunden in einem Gesundheitsnetzwerk erläutert. Breiten Raum nimmt die Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Ärzteschaft der Region Warstein und Rüthen ein. Einige Ärzte sind auch im Bild dargestellt, die deutlich machen, dass die Mediziner "keine Halbgötter in Weiß sind", sondern Vorlieben und Hobbies haben (von Ballonfahren über Marathonlauf bis zum Musizieren). Das Krankenhaus wird in Wort und Bild mit allen Abteilungen, allen Ärzten und den vielen Fachabteilungen (Chirurgie, Röntgen, Gynäkologie, HNO, Geburtshilfe, Psychoonkologie, Anästhesie etc.) vorgestellt. Ein "Patientenfürsprecher", Patientenfragebogen, die Geschichte des Hauses und vieles mehr bietet das Magazin "Einblick", das auch ein klein wenig ein Heimatbuch ist - mit vielen Bildern der Westfälischen Rundschau.


LWL-Klinik unterstützt "Maria Hilf" 08.09.2004 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN Warstein. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) will dem um seine Zukunft besorgten Krankenhaus Maria Hilf (163 Betten) in Warstein Management-Unterstützung leisten. Gemeinsam mit den Gremien der Krankenhaus- Trägerstiftung beauftragt der Verband dazu zwei Führungskräfte seiner benachbarten Westfälischen Klinik für Psychiatrie mit der Wahrnehmung der ärztlichen bzw. wirtschaftlichen Betriebsführung in Maria Hilf. Dr. Josef J. Leßmann, Ärztlicher Direktor, und Helmut S. Ullrich, Verwaltungsdirektor des Warsteiner LWL-Hauses, werden ihre Nebenämter zunächst befristet für ein Jahr wahrnehmen. Die neue Form der Zusammenarbeit gründet auf einer langjährigen Kooperation zwischen dem körpermedizinischen und dem psychiatrischen Krankenhaus, die sich zuletzt etwa in gemeinsamen Behandlungsangeboten in der Psychonkologie (psychologische Betreuung bei Krebserkrankungen) bewährt hatte. Die am 1. Oktober startende Management-Unterstützung soll gesundheitspolitischen und -ökonomischen Umwälzungen Rechnung tragen: Als eher kleines Krankenhaus steht Maria Hilf seit der aktuellen Einführung von Fallpauschalen für die Abrechnung somatischer Krankenhausleistungen vor besonders schwierigen wirtschaftlichen Herausforderungen. Wie alle Krankenhäuser muss Maria Hilf sämtliche Kosteneinsparungsmöglichkeiten voll ausschöpfen und gleichzeitig die Behandlungsqualität so verbessern, dass zusätzliche Patienten gewonnen werden können. Im Unterschied zu großen Krankenhäusern oder Klinikverbünden sind die Instrumentarien für das allein im Markt agierende Maria Hilf dabei jedoch begrenzt. Angesichts dieser Situation seien die Gremien der Stiftung "Maria Hilf" überein gekommen, "dass die ärztliche und kaufmännische Betriebsführung des Krankenhauses neuer Impulse bedarf", hieß es nach ihrem entsprechenden Votum am vergangenen Montag. Die Nutzung nachbarschaftlichen Know-hows und der Management-Ressourcen aus LWL-Reihen solle die Voraussetzungen verbessern helfen, auf dem Gesundheitsmarkt zu bestehen. Beide Kooperationspartner gehen davon aus, dass es im Vertragszeitraum gelingt, die ökonomische Lage von Maria Hilf zu stabilisieren. Sie sehen sich verpflichtet, sowohl die ortsnahe Patientenversorgung als auch die Arbeitsplätze der Beschäftigten zu sichern, hieß es. Nach Ablauf der vereinbarten Jahresfrist müsse die Lage von Maria Hilf "neu betrachtet" werden.


Herzlichen Glückwunsch, "Maria Hilf"! 14.05.2004 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN Warstein. (wu) Tausende Warsteiner haben in seinen Räumen das Licht der Welt erblickt, gestern feierte es selber Geburtstag: "Maria Hilf" wird 125 Jahre. "Dieses Krankenhaus liegt nicht nur mitten in Warstein", sagte Bürgermeister Georg Juraschka, "sondern es ist auch unser Krankenhaus". Wie es sich für einen solches Jubiläum gehört, war die Liste der Gratulanten lang. "Die damalige Entscheidung, ein Krankenhaus zu bauen, um Kranke zu heilen und zu pflegen, zeugt vom großen sozialen Verantwortungsbewusstsein der Gründungsväter, die den Stellenwert einer ortsnahen Krankenhausversorgung unserer Stadt erkannt haben", sagte Herbert Grewe. Der Vorsitzende der Stiftung "Krankenhaus Maria Hilf" eröffnete gestern Abend in der Domschänke den Reigen der Festredner. "Unser aller Aufgabe ist es, dieses Krankenhaus für uns und die folgenden Generationen zu erhalten", so Grewe weiter. Diese Aufgabe sei schwer genug. Er rief alle Bürger/innen auf, Verantwortung zu tragen und sich für eine ortsnahe Krankenhausversorgung einzusetzen. Denn diese sei "für die Stadt und für die Region lebensnotwendig. Loyalitätsbekundungen allein reichen nicht aus. Man sollte sich im konkreten Fall für eine Versorgung vor Ort entscheiden. Häuser, die ausgelastet sind, werden auf Dauer Bestand haben." So sieht es auch Martin Kraß, Vorsitzender des Kuratoriums: "Ich lasse nicht nach in meinem Appell für den Beitritt mindestens eines Mitgliedes jeder Warsteiner Familie zur Hospital-Bruderschaft. Damit kann Verbundenheit in einem fortdauernd gemeinnützigen Sinne bewiesen werden." Dafür gab es reichlich Applaus. Bürgermeister Georg Juraschka betonte, dass das Krankenhaus seit seiner Gründung für alle da gewesen sei und das Alltagsleben maßgeblich mitbestimmt habe - "und dies buchstäblich von der Wiege bis zur Bahre." Den Erfolg führte er vor allem darauf zurück, dass es "schon seit 1879 mit der Gründung der Warsteiner Hospital Bruderschaft eine Führungsstruktur hat, die auf der Kooperation aller Beteiligten basiert". "Ohne Zweifel verkörpert dieses Krankenhaus ein gutes Stück Warsteiner Tradition", sagte Vize-Landrätin Irmgard Soldat. Vor allem das Pflegebild von Maria Hilf ist ihr wichtig: "Humanität und Respekt, den Patienten in seiner Eigenverantwortung zu stärken. Diese Leitgedanken sind heute noch genaus wichtig und richtig, wie schon vor vielen Jahren." Der ärztliche Leiter Dr. Hans-Peter Ibing dankte allen Mitarbeitern, er sieht das Krankenhaus auf einem "sehr modernen Standard." Das sei aber mit Kosten verbunden. Deshalb müsse man Synergien, wie zum Beispiel mit dem WKW, zum Wohle der Patienten weiter nutzen und ausbauen. Mehr auf Seite 8