Quelle: WR Warstein vom 09.12.2006

Steinabbau künftig (fast) in einer Hand


Starkes Trio: Christian Weiken, Raymund Risse und Franz-Bernd Köster (v.l.) stehen für die neue große Einheit im heimischen Kalksteinabbau und in der Verarbeitung. Foto: Armin Obalski

Von Armin Obalski

Warstein. Sie waren teils erbitterte Konkurrenten jetzt sind sie Partner: Die Steinbruchunternehmen Köster, Weiken und Risse haben gemeinsam die "Westkalk - Vereinigte Warsteiner Kalksteinindustrie" gegründet in die sie ihre gesamten Aktivitäten in Sachen Steinabbau in Warstein und Kallenhardt einbringen.

Der erste Schritt zur Zusammenarbeit erfolgte vor drei Jahren, als die Fritz Weiken GmbH & Co. KG sowie die Hartsteinwerke Köster ihre Steinbruchaktivitäten unter der Geschäftsführung Franz-bernd Kösters in der "alten" Westkalk bündelten. Nachdem nun ein Jahr verschiedene Aktivitäten gemeinsam mit den Steinwerken F.J. Risse erprobt wurden, für Köster die "Verlobungszeit", fand gestern die "Hochzeitsfeier" der "neuen" Westkalk statt.

"Es handelt sich um eine Neugründung, keine Fusion", machten Risse-Geschäftsführer Raymund Risse und Franz-Bernd Köster, die das neue Unternehmen gemeinsam leiten, deutlich, dass es allein um die Zusammenführung der Steinbruch-Aktivitäten der "Mutterhäuser am Standort Warstein und Kallenhardt" geht. Die Mütter selbst bleiben davon unberührt und führen ihre übrigen Aktivitäten weiter, so dass auch das "Risse-Gelände" allein Thema der Firma Risse bleibt.

Gleiches hatte bereits für die Firmen Weiken und Köster im Rahmen der bisherigen Westkalk gegolten. Sie tritt neben den Steinwerken Risse nun als Partner in der neuen Gesellschaft auf und wird um Christian Weiken in der Geschäftsführung verstärkt. Als Betriebsleiter in Kallenhardt fungiert weiter Arnold Schröder, in Warstein übernimmt Stefan Teuber diese Aufgabe.

"In Warstein haben wir alle Rohstoffthemen geordnet, koordiniert und zusammengeführt", freut sich Köster über den Zusammenschluss. Alles geordnet - selbstredend mit Ausnahme der Firma Brühne. Dennoch reduziert sich damit die Zahl der Ansprechpartner für vom Steinabbau betroffene Bürger, wie auch für Politik und Verwaltung auf zwei. Sitz der neuen Firma ist die Weiken-Westkalk-Zentrale in Suttrop. "Wir bleiben mit dem Firmensitz am Ort, so dass wir auch weiterhin in Warstein Gewerbesteuer zahlen", so Köster.

Die gute Nachricht für die Mitarbeiter, die von den Betriebsräten unterrichtet wurden, verkündete Raymund Risse: "Es wird niemand entlassen." Trotzdem gibt es ein Rationalisierungskonzept, das aber der Anlagenoptimierung diene, so Köster mit Hinweis auf die "starke Kapitalintensität" der Branche.

Künftig arbeiten 55 Beschäftigte für die Firma Westkalk, die rund zwei Millionen Tonnen Gestein pro Jahr absetzen und es damit auf 12 Millionen Euro Umsatz bringen wird. Damit ist das Unternehmen, das zum 1. Januar 2007 die Geschäfte aufnimmt, Marktführer in der Region und die Nummer zwei in NRW nach Rheinkalk.