Quelle: WR Warstein vom 18.03.1989

WR-Serie: Kupferhammer-Kustos Dietmar Lange beschreibt Vierteljahrtausend Eisenverarbeitung
Die St. Wilhelmshütte schrieb
Warsteiner Industriegeschichte

Warstein. In diesem Jahr hätte sie 250 Jahre bestanden - die Warsteiner St. Wilhelmshütte, im Volksmund schlicht und einprägsam "Hütte" genannt. Die Bedeutung der Eisenhütte für Warstein und Umgebung ist kaum zu messen, da sich in ihr nicht nur ein Stück der Wirtschafts- und Industriegeschichte der Stadt spiegelt, sondern auch ein bedeutendes Stück Sozialgeschichte geschrieben wurde.

Nicht wenige Familien in Warstein und Suttrop lebten von der Hütte. In ganzen Traditionslinien waren Väter, Söhne und Enkel in diesem Unternehmen beschäftigt. In loser Folge soll an dieser Stelle in den nächsten Wochen das wechselvolle Auf und Ab dieses Betriebes geschildert werden, dessen große Tage mit der Verleihung der kurfürstlichen Konzession durch den Kölner Erzbischof und Landesherrn Clemens August im Jahre 1739 begannen und mit der Liquidation des Unternehmens am 20. Juli 1967, dem "schwarzen Freitag", endeten.

Auf und Ab einer Firma solcher Größenordnung ist jedoch nicht nur in der Erinnerung vieler Bürger lebendig geblieben; dem aufmerksamen Betrachter eröffnen sich an vielen Stellen Hinweise auf Produktion und Selbstverständnis dieser Firma. Dazu zählen nicht nur der verbliebene Teil der Fabrikanlagen, insbesondere die Gebäude am Oberhagen - Direktorenvilla und Verwaltung -, sondern auch die noch sichtbaren Zeugen der Eisenerzgewinnung in den Stollen der früheren Grube Rom, die ehemalige Straßenbezeichnung "Hüttenplatz" oder die sogenannten "Hüttenhäuser" - schützenswerte ehemalige Bedienstetenhäuser an der unteren Hauptstraße.


Übrigens ist der wertvolle Teil des Firmenarchivs, darunter auch die Konzessionsurkunde von 1739, in den Besitz des Stadtarchivs übergegangen und dort einzusehen.
Das Jubiläum "250 Jahre Warsteiner Hütte" steht im Rahmen industriegeschichtlicher Überlegungen nicht allein im Raum. 625 Jahre ist es her, daß 1364 ein erstes "Smedewerk" in Warstein genannt wird und damit die breite Palette der Eisengewinnung und -verarbeitung als eine Grundlage der wirtschaftlichen Warsteins eine erste urkundliche Erwähnung findet.

Gerade einmal 155 Jahre sind vergangen, seit der spätere Geheime Kommerzienrat Wilhelm Bergenthal die Konzession für ein "Puddlingswerk", den späteren Puddelhammer und heutigen Sitz einer Metallwarenfabrik beantragte und damit die intensivierte neuzeitliche Eisenverarbeitung auf dem Gebiet der Achsenproduktion begann.
Zurück zur Eisenhütte. Während die Grundproduktion der Firma über Jahrhunderte bestehen blieb - man fertigte vornehmlich Töpfe, Öfen und andere Eisenwaren -, änderte sich der Firmenname oft. Zwischen der "Eisenhütte bey Suttrop ohnweit Warstein" im Jahre 1739 in den Händen der adeligen Familien von Hoesch, von Siegen und von Hallberg bis zum privaten Besitz in den Händen der Industriellen Cremer, Koch und Clerck in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen einige Jahrzehnte.

Wesentlich schneller änderten sich die Firmenbezeichnungen in den folgenden Jahrzehnten. Den noch heute oft zu findenden Namen "St. Wilhelmshütte" erhielt das Werk 1835 von seinem Besitzer Wilhelm Clerck.
1873 konstituierte sich in diesem Unternehmen der "Warsteiner Gruben- und Hüttenverein", der nach kurzfristigem Niedergang 1885 in die Gesellschaft "Warsteiner Gruben- & Hüttenwerke" umgewandelt wurde. In diese Zeit fällt der Erwerb der späteren Niederlassungen in Holzhausen bei Homberg (Hessen) und in Augustfehn bei Oldenburg.

Durch Fusionen mit mehreren Werken in Primkenau bei Liegnitz entstanden 1925 die "Warsteiner und Herzoglich Schleswig-Holsteinischen Eisenwerke". Nach dem Verlust der schlesischen Besitzungen firmierte man seit 1948 unter dem Namen "Warsteiner Eisenwerke AG" mit den Abteilungen St. Wilhelmshütte, Eisenhammer und Holzhausen.
(die Reihe wird fortgesetzt)
Dietmar Lange



Quelle: WR Warstein vom 22.04.1989

"Keine Eisenindustrie im deutschen Vaterland ist wohl so alt wie die in den sauerländischen Bergen
Sanct Wilhelmshütte wurde im Jahre 1735 in Warstein erbaut

Warstein. Mit der Geschichte der Warsteiner Hütte (2. Teil) beschäftigt sich Dietmar Lange in unserer heutigen Ausgabe:
In diesem Jahr könnte die Warsteiner Hütte 250-jähriges Bestehen feiern, wenn sich nicht ihre Pforten im Jahre 1967 endgültig geschlossen hätten. Ihre Existenz erlosch zwar mit diesem Datum, nicht jedoch ihre reiche Geschichte und ihr bis heute andauernder Einfluß in die gesellschaftliche Struktur Warsteins und seiner Umgebung. Ein großes Traditionsbewußtsein und ein gewisser Stolz zeichnete nicht nur Arbeiter und Angestellte dieses Werkes aus, sondern wurde auch in vielfacher Weise gefördert durch die Firmenleitung.

So begegnen an vielen Stellen


Quelle: WR Warstein vom 06.05.1989

Dietmar Langes Serie läßt heute ehemaligen Werksdirektor zu Wort kommen
Bewegte Geschichte der Wilhelmshütte

Warstein. Im heutigen 3. Teil der Geschichte der 1739 gegründeten, zwischen den beiden Orten Warstein und Suttrop gelegenen Eisenhütte, berichtet der damalige Werksdirektor Dr. Gustav Simon vornehmlich über die bewegte Geschichte


Quelle: WR Warstein vom 24.06.1989

Dietmar Lange über die Geschichte der Warsteiner Hütte: Schon 1867 kam das Aus für die Walzwerke
"Warsteiner scheint geborener Schmied zu sein"

Warstein. Im heutigen 4. Teil der Serie über die Geschichte der Warsteiner Hütte läßt Kupferhammer-Kustos Dietmar Lange den damaligen Hüttendirektor Dr. Gustav Simon die Arbeitsverhältnisse in den einzelnen Betrieben der Firma schildern:

"Über die Arbeiter- und Lohnverhältnisse, den Absatz und den Transport der Erzeugnisse liegt nichts Schriftliches mehr vor. Man ist deshalb lediglich auf die mündliche Überlieferung angewiesen, welche sagt, dass die Arbeiter um das Jahr 1800 einen Tagelohn von 50 bis 70 Pfennig verdienten. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts betrug der Tagelohn 12 bis 14 Groschen.

Die Erzeugnisse der Hütte


Quelle: WR Warstein vom ??.07.1989

Dietmar Lange über Stück Industriegeschichte
Warsteiner Hütte: 1881 gingen
die Hochöfen des Betriebs aus

Warstein. Teil 5 der Reihe von Dietmar Lange


Quelle: WR Warstein vom ??.08.1989

Teil sechs beschäftigt sich mit der jüngeren Vergangenheit der Hütte
Fusionen machten Warsteiner Werk stark

Warstein. Teil sechs der Veröffentlichungsreihe über die Geschichte der Warsteiner Hütte, aufgezeichnet vom damaligen Hüttendirektor Dr. Gustav Simon, beschreibt die Erweiterungen bzw. Fusionen der Warsteiner Werke mit den Betrieben in Holzhausen bei Homberg/Hessen und Augustfehn bei Oldenburg.

"Viele hervorragende Männer haben im Laufe der Jahre. . .


Die Eisenwerke in Holzhausen bei Homberg/Hessen.