|
Quelle: WP Warstein vom 07.10.2003
Früher ein Schlafzimmer
Warstein. (AO) "Hallo, altes Haus", das konnte beim Tag der offenen Tür der
"Domschänke" jeder Interessierte sagen und einen Blick in ein Gebäude werfen, das
mit vielen anderen in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag feiert und doch etwas
Besonderes ist. Zum einen ist die "Domschänke" eines der schönsten alten Häuser
Warsteins, zum anderen das Stammhaus der Brauerei. |
|
|
Nachdem in der Silvesternacht 1802/03 fast die komplette Altstadt rund um die Alte
Kirche abgebrannt war, mussten sich die Warsteiner auf Geheiß des damaligen
Landesherrn, des Großherzogs von Hessen-Darmstadt, im Tal neu ansiedeln. Bereits
in der Bauweise hinterließen die Hessen ihre bis heute erhaltenen Spuren. Statt des
sauerländischen Satteldaches bekamen die Häuser ein Krüppelwalmdach.
Dies und vieles Historische mehr vermittelte zum Auftakt des Tages der offenen Tür
Kustos Dietmar Lange mit seiner Einführung in die Geschichte der "Domschänke".
Unter anderem erfuhren die Zuhörer, dass dieses Haus über einen besonderen und
in Warstein einzigartigen Schmuck verfügt: So genannte Neidköpfe an zwei der Eckbalken.
Erlebbar wurde die Geschichte bei den Rundgängen mit Restaurantleiter Hartwig Gösken.
Auch Blick in die Küche Wo heute das "Domstübchen" kleinere Gesellschaften zum
Verweilen einlädt, war bis in die 70-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein das
Schlafzimmer der Pächter. Und auch in der "Domstube" wurde damals nicht so wie
heute getafelt, sondern geschlafen. Allerdings gab es zu jener Zeit auch noch nicht
das in der Wand versteckte Klavier, das sicher dem Ruhe Suchenden eben diese
geraubt hätte. Älter ist dagegen schon die letzte gravierende Umgestaltung des Inneren
der Schänke selbst. Dort entstand beispielsweise 1932/33 der heute noch so erlebbare
Eingangsbereich.
Der Gang durch das Haus wurde zu einem Gang durch zwei Jahrhunderte, denn auch in
das "Allerheiligste", die hochmoderne Küche konnten die Besucher an diesem Tag einen
Blick werfen. Durch die Mitwirkung der in der "Domschänke" beheimateten Vereine war
auch für ein buntes Programm gesorgt.
Der MGV 1858 präsentierte eine von seinen eigenen Gesängen unterlegte Multi-Media-Schau,
der TuS unterhielt beim Torwandschießen vor allem die kleinen Gäste. Für etwas zum
Lachen sorgten die "Wöske Schnaodloipers", die mit dem von Thekla Böckmann und
Rolf Tüllmann gespielten Sketch "Die Verwechslung" zur Unterhaltung beitrugen.
Daneben engagierten sich die genannten Vereine und dazu die GWK bei der Bewirtung der
Gäste mit Kartoffelsuppe, frischen Waffeln und natürlich Getränken. Der Erlös war für
die Vereinskassen bestimmt.
Foto: Erlebbar wurde die Geschichte der 200 Jahre Alten "Domschänke" bei den Rundgängen
mit Restaurantleiter Hartwig Gösken (l.). Foto: Armin Obalski
|