Domschänke
Haus "Kupferhammer"
Haus "Viktoria"
Krankenhaus Maria Hilf"

Bruchstraße (um 1760 besiedelt): Häuser Severin, Köhler, Tillmann, Hinterhaus Köneke; hier lebten 1966 u. a. Anton Schüttler (78 Jahre), Adolf Böckeler (78), Ferdinand Böckeler (82), Josef Busch (91), Therese Köhler (87), Karl Klötzer (80), Anna Klötzer (75), Josef Hoppe (84), Elisabeth Hoppe (79), Johann Krähling (79), Josef Menge (78), Franz Severin (74), Franziska Severin (74), Wilhelm Wahle (76), Maria Roth (73), Max Pflume (79), Ida Pflume (76), Elisabeth Sina (82), Adolf Knop (75), Hedwig Knop (78);

Haus Hense, Auf'm Bruch, erbaut 1755 von Hendricus Hense und Elisabeth Heppelmann

Im Sack Nr. 1, Bewohner Tischlermeister ? (1966);


Quelle: WR Warstein vom 10.04.2003

Schnaodloipers wollen
Häuser erzählen lassen

Von Horst Hassel

Warstein. Nach dem großen Stadtbrand in der Silvesternacht 1802/1803 wurden 96 Hausstätten an Dieploh-, Range-, Hochstraße und Hüttenplatz neu errichtet. Zum 200. Geburtstag dieser Häuser planen die "Wösken Schnaodloipers" eine einzigartige Ausstellung: Die Häuser und ihre Bewohner bis zum heutigen Tag unter dem Motto "Häuser erzählen Geschichte und Geschichten".

Da staunten die "Wösken Schnaodloipers": Rund 50 Hauseigentümer bzw. Hausbewohner waren der Einladung in die Galerie Domschänke gefolgt. Ihnen erklärte Dietmar Lange, wie sie zur lebendigen Stadtgeschichtsschreibung beitragen können. "Wir brauchen ihre Unterstützung. Sie können am besten beurteilen, was sie aus der Geschichte ihrer Häuser noch aufbewahrt haben."

In einem Urkundenband aus dem Jahre 1813 sind alle Hauseigentümer von "Neu-Warstein" aufgelistet. Charakteristische Hausnamen wie "Schneiderjost", "Sassen" oder "Schneppers" finden sich da. Bis heute erhalten hat sich der Name Schmieding. Das erste neue Haus nach dem Stadtbrand baute übrigens der damalige Bürgermeister Henke. Nach dem Warsteiner Vorbild des frühklassizistischen Fachwerkhauses mit Krüppelwalmdach, in Belecke nach der "geistigen Grundlage" aus Warstein nachgebaut, nannte man diesen Haustyp später den "Belecke-Haustyp".

In den Räumen der Sparkasse soll Ende Juni die Ausstellung der 200-jährigen Häuser gezeigt werden.

Alles als Leihgabe
Die Eigentümern wurden gebeten, nach alten Häuserakten, Kaufverträgen, Schuldverschreibungen, alten Fotos von Haus und Bewohnern, Meisterbriefe, persönlichen Erinnerungsstücken ehemaliger Bewohner wie Uhren, Schränkchen. . . zu suchen und den "Schnaodloipers" als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Die "Wösken" werden jede Hausstelle im heutigen Zustand ablichten. In einem kleinen "Warsteiner Häuserbuch", sollen später die Zeitzeugnisse aus 200 Jahren zusammengefasst werden.


Quelle: WP Warstein vom 27.07.2003

Häuser offenbaren Schätze

Von Armin Obalski

Warstein. Viel zu berichten haben die ältesten Häuser Warsteins im Tal von Wäster und Range. Zum Sprechen gebracht haben sie die "Wösken Schnaodloipers" für die Ausstellung "Häuser erzählen Geschichte(n)".

Anlass für die umfangreiche Dokumentation, die gestern Vormittag in der Sparkasse eröffnet wurde, ist der Geburtstag von knapp 100 Häusern, die vor 200 Jahren an Dieploh-, Hoch- und Rangestraße sowie Hüttenplatz errichtet wurden. "Das Jahr 1803 war für Warstein ein besonderes Schicksalsjahr", so Sparkassendirektor Reinhard Thusek in seiner Eröffnungsansprache. Binnen weniger Stunden war bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht 1802/03 die mittelalterliche Stadt auf dem Berg in Schutt und Asche versunken. Schon binnen weniger Monate jedoch entstand der Kern des heute bekannten Warsteins im Tal neu.

Dazu gehörte auch der heutige Treffpunkt Sparkasse, das Haus Mues-Böckeler, dessen wechselvolle Geschichte Thusek exemplarisch für die vieler anderer Häuser herausgriff. Errichtet vom für den Wiederaufbau der Stadt maßgeblichen Stadtsekretär Franz-Anton Seißenschmidt, erlebte es ganzvolle Jahre als gesellschaftlicher Mittelpunkt, beherbergte Gastwirtschaft, Kino, Diskothek und endete schließlich nach zwei Bränden als berüchtigte Rattenburg. Doch ebenso wie sich zahlreiche anderer Eigentümer historischer Häuser diesen mit viel Liebe und finaziellem Engagement annahmen, rettete die Sparkasse das Haus Mues-Böckeler vor der Abrissbirne. Mit Recht bezeichnete Thusek es heute als "Schatzkästchen".

Davon gibt es auch viele andere. Und das, was sich in diesen "Schatullen" aus Fachwerk und Schiefer noch an Raritäten aus zwei Jahrhunderten verbirgt, berichtet die Ausstellung. Von den "Wösken Schnaodloipers" organisiert, griff diesen Kustos Dietmar Lange bei der Konzeption unter die Arme. Zahlreiche Fotos, Urkunden, Dokumente und Einrichtungsgegenstände holten die Vorstandsmitglieder aus den alten Mauern, wurden dabei, so Vorsitzender Andreas Wulff, stets mit offenen Armen von den Bürgern empfangen.

Und so zeigt, so Lange, die bis zum 7. September laufende Ausstellung nicht die ganz großen Kunstschätze, vielmehr präsentiert sie die Warsteiner und ihre Geschichte selbst. Dazu tragen Alte Torbögen und Haustüren bei, aber auch Mobiliar, das Geschichte schrieb. So etwa das berühmte kleine Tischchen aus Grafen Kneipe, an dem sich gestern in der Sparkasse noch einmal wie vor Jahren Warsteiner "Kapazitäten" beim Bier versammelten.