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Quelle: WR Warstein von Montag, 14. Oktober 1968 Bürgermeister gaben "Spritzen" Warsteins Krankenhaus feierlich eingeweiht / Große Gratulationscour
Warstein. Der Weg der Krankenhausbruderschaft "Maria Hilf" Warstein hat eine zeitliche
Dauer von mehr als 100 Jahren. Im Jahre 1856 gegründet, setzte sie sich das Ziel, durch Beiträge
und Sammlungen den Bau eines Krankenhauses zu ermöglichen. Über die provisorische
Krankenstelle im historischen Zehnthof (1869) und das erste Krankenhaus (1879), das zwei
Weltkriege überdauerte, führte die Arbeit zum Höhepunkt des Wirkens, der Einweihung des
neuen Krankenhauses, die am Samstagmorgen stattfand.
Die Ereignisse von 1856 bis heute ließ Kuratoriumsvorsitzender Fritz Cremer vor der Festversammlung
noch einmal kurze Zeit Revue passieren. Fünf Jahre Bauzeit waren notwendig, bis über dem
Haupteingang das neue Schild "Krankenhaus Maria Hilf" angebracht werden konnte. Der
Kostenvoranschlag des verantwortlichen Architekten BDA Josef Hesse wurde in der Abrechnung
miz 7,3 Millionen DM eingehalten. Umgerechnet ergibt das für jedes der insgesamt 206 Betten
eine Summe von 36.000 DM.
In seinen Grußworten und seiner Laudatio sprach Cremer noch einmal all denen seinen Dank aus,
die zur Verwirklichung des Projektes beigetragen haben.
In seiner Festrede sprach Medizinaldirektor Dr. Middelhauve von der Regierung in Arnsberg
über die Aufgabe des Gesundheitswesens. Zuvor hatte er Grüße und Glückwünsche von
Arbeitsminister Werner Figgen und Regierungspräsident Schlensker überbracht. Er betonte,
der Weg müsse dahin gehen, jedem einzelnen Menschen nicht nur zu einem möglichst langen,
sondern gleichzeitig auch gesundheitlich erfüllten und lebenswerten Leben zu verhelfen. Das
Krankenhaus als Einrichtung müsse bei aller Gebundenheit der Aufgabe innerlich frei bleiben
zur Entwicklung eigener Initiative und eigenständiger Entfaltung.
In der Reihe der Gratulanten standen auch die Bürgermeister der Amtsgemeinden sowie
Bürgermeister Bathe aus der Nachbargemeinde Suttrop. Ihre Gratilaionscour kam nicht nur
von Herzen, sondern war jeweils mit einem Scheck als Geschenk verbunden, das zusammengenommen
30.000 DM ausmachte. Umrahmt wurde die Einweihungsfeier, der sich eine Besichtigung anschloß,
durch das Streichorchester des Gymnasiums.
Quelle: WR Warstein vom 12./13. Oktober 1968
Warsteins Krankenhaus - das Hospital "Maria Hilf" - hat einen guten Ruf, der über die Grenzen des engeren
Bereichs hinausgeht. Zumindest nach der Fertigstellung des Neubaues, der am heutigen Samstag - inzwischen
längst bezogen - offiziell eingeweiht wird. Es ist allerdings nicht gar so lange her, daß der letzte Bettentrakt
fertig wurde, der die Kapazität auf insgesamt 206 Betten "anschwellen" ließ.
Das alte Hospital, hier war der Name tatsächlich angebracht, platzte schier aus den Nähten und war mit
technischem Komfort auch nicht gerade gesegnet, als man sich in Warstein dazu entschloß, energisch den
Weg zu einem zweckmäßigen, modernen Neubau zu begehen. Nachdem das Krankenhauskuratorium
einmal A gesagt hatte, ging es zügig auf dem nun eingeschlagenen Pfad voran.
Dabei muß dem Architekturbüro Hesse, vor allem Seniorchef Josef Hesse, ausgezeichnete Arbeit bescheinigt
werden. Wenn auch übertriebener Luxus fehlt, so hat man doch auf nichts verzichtet, was dem kranken
Menschen bei der Behandlung und seinem Aufenthalt im Krankenhaus Erleichterung verschafft.
Es waren rund acht Millionen Mark, die hier verplant und verbaut wurden, doch wurde damit der
Kostenanschlag nur sehr wenig überschritten. Das bestätigt man auch höheren Orts, wo man Architekt
und Kuratorium bescheinigte: "Ein solches Krankenhaus können Sie uns noch einmal bauen!"
Nun, dazu wird es vorerst zwar nicht kommen, aber in diesen Worten steckt doch die Anerkennung
für ausgezeichnete Arbeit. Und wer sich das Haus von außen betrachtet hat, wird nicht enttäuscht,
wenn er einen Blick ins Innere tun konnte.
Sitzungen, Sitzungen
Da war die schwierige Finanzierung. Das Kuratorium verfügt praktisch nicht über Mittel, mußte als aus dem
Nichts Geld beschaffen. Viele Anträge wurden formuliert, oft auch trat man als Bittsteller an die Stadt
heran. Und die Stadt - hier ihre gewählten Vertreter - verschlossen sich nie den Wünschen des Kuratoriums
und des Krankenhauses, obwohl die eigene finanzielle Situation durchaus nicht immer rosig war und auch
heute noch nicht ist.
Nun brachten auch die anderen Amtsgemeinden ihre Geschenke. Gerade in diesen Tagen faßte man in
den Parlamenten Beschlüsse, deren Folge zusätzliche Mittel für das Krankenhaus sind. Es kann sie gut
gebrauchen und wird sich dafür sicher bei den Patienten aus diesen Gemeinden revanchieren.
Schwierige Personalfrage
Den Patienten des neuen Hauses helfen gute Ärzte, auch in der Zahl ausreichend. Zu dem bereits tätigen
Team mit Chefarzt Dr. Felix Vonnegut, dem gleichzeitigen Leiter der "Inneren", Dr. Krebedünkel als Leiter
der Chirurgie, und dem Leiter der Röntgenabteilung, Dr. Meißner, kommt ein Oberarzt für die Innere
Abteilung. Außerdem wirken die Belegärzte Dr. Ebel in der hochmodernen Wöchnerinnen-Station und
Dr. Babeck als Hals-, Nasen-, Ohrenarzt. Außerdem betreuen Assistenzärzte die Kranken.
Erinnerung und Dank
Bildtext zu drei Fotos: Wenn man das neue Gebäude sieht, glaubt man kaum, daß an dieser Stelle
einmal dieses (Foto des Vorgänger-Hauses) Warsteiner Krankenhaus gestanden hat. Sein Aussehen
und sein Zustand (links) bewogen das Krankenhauskuratorium zum Neubau. Tatkräftigen Einsatz
leisteten dabei Chefarzt Dr. Felix Vonnegut, Kuratoriumsvorsitzender Fritz Cremer und
Bauauschußvorsitzender Paul Cremer - auf unserem Bild von links nach rechts.
Quelle: Internet-Seite des Krankenhauses Maria Hilf im September 2003 (unter "Historie")
Pfarrer Aufenanger ist es, der am 28. November 1854 den Stein ins Rollen bringt. Er richtet eine schriftliche
Bitte, in Warstein eine eigene Pflegeanstalt für Kranke zu errichten, an den Stadtvorstand. Am 8. Februar
1856 wird daraufhin die Hospitalbruderschaft von führenden Männern des Ortes gegründet. Ihr Ziel ist, durch
eigene Beiträge und Sammlungen eine Krankenanstalt zu errichten und zu unterhalten!
Von der Kornannahmestelle bis zum Krankenhaus
Auf dem jetzigen Krankenhausgelände findet am 11. Juli 1877 die Grundsteinlegung für das neue Krankenhaus statt.
Durch die Unterstützung der Stadt und ihrer Bevölkerung können notwendige Einrichtungsgegenstände angeschafft werden.
Kirchlich eingeweiht wird der Stolz der Gemeinde am 19. November 1879. Nun geht die Entwicklung rasch voran, so
können 1911 bereits 62 Kranke betreut werden.
Bis 1966 hat sich die Bettenzahl mehr als verdoppelt: 120 Krankenbetten und 25 Säuglingsbetten stehen der Bevölkerung
jetzt zur Verfügung. 1992 konnte eine neue Intensivstation in Betrieb genommen werden. Im Herbst 1993 erfolgte die
Umgestaltung des Haupteingangs und der Eingangshalle. Zur Zeit beträgt die Bettenzahl 175 zuzüglich 14 Betten in
der Abteilung für Kurzzeit- und Übergangspflege. |