Quelle: WR Warstein von Sa./So 23./34. November 1968
Gezielte Werbung soll Kupferhammer attraktiv machen!
Warstein. Prominentester Gast war der Bundesrepublik erster Bürger:
Bundespräsident Heinrich Lübke. Rein zahlenmäßig aber ist der Besuch der
Warsteiner Museums Haus Kupferhammer, daß für dieses Jahr wieder seine
Pforten geschlossen hat, nicht gerade Anlaß zu lauterer Freude. Das seit
1962 als Museum eingerichtete Haus hat seitdem pro Jahr rund 1000 Besucher
auszuweisen, von denen die meisten noch aus Warstein selbst kommen. Diese
Zahl ist zwar nicht sehr abfallend im Vergleich mit den Besuchsziffern
anderer Museen, gemessen an der Einrichtung und den Werten des Hauses aber
deprimierend.
Mit einer gezielten Werbeaktion will man im nächsten Jahr den nach der
Bilsteinhöhle sehenswerten Teil Warsteins vor allem auch für Auswärtige
attraktiv darbieten. Dazu wäre es gut, nach den Renovierungen im Innern des
Hauses sich nun auch der Fassade und den Gräften zuzuwenden. Das meint auch
Dr. Sandgathe, der Betreuer des historischen Gebäudes und seiner
Einrichtungen.
Die Verwirklichung hängt zu einem großen Teil von der Zusage finanzieller
Mittel durch den Landeskonservator ab. Hier wäre die Bereitstellung von
Zuschüssen tatsächlich nicht weggeworfen. Vielleicht kommt man auch einmal
dazu, die Anlagen hinter dem Haus wirkungsvoller zu gestalten. Dem
Gesamteindruck wäre es sicherlich nicht abträglich.
Zwar offiziell geschlossen, können Schulklassen und Gruppen auch jetzt noch
jederzeit das Haus besichtigen. Es genügt eine telefonische Anmeldung. Die
einträglichsten Monate - was die Besuchsziffern anbelangt - waren wieder
Juli und August für das vom 1. Mai bis 31. Oktober geöffnete Museum, das
mittwochs und samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr
besucht werden kann.
Quelle: Westf. Rundschau Warstein vom 24.12. 1963
Nicht nur das Stehpult im "Comptoir"
Warstein. Im vorigen Jahr verlas Studienrat Dr. Sandgate, Leiter des
städtischen Museums "Haus Kupferhammer", anläßlich der Museumseröffnung die
Urkunde aus dem Jahr 1948, in der Frau Ottilie Bergenthal den Besitz der
Familie der Stadt Warstein übergibt. Zwar haben in dieser Zeit schon an die
1.000 Besucher das Haus und die in ihm enthaltenen Kostbarkeiten gesehen,
doch ist diese Zahl verschwindend gering gegenüber der Zahl derer, die kommen
müßte, denn die Dinge, die Haus Kupferhammer birgt, dürften in ihrer Vielfalt
und in ihrem Wert in der näheren und weiteren Umgebung kaum erreicht, geschweige
denn übertroffen werden. Die Stadt Warstein kann auf ihr Museum mit Recht stolz
sein, und wir nahmen die weihnachtliche Zeit zum Anlaß, uns einmal ausgiebig
im Haus Kupferhammer umzusehen, festzustellen, was nach der Eröffnung im Jahre
1962 aus ihm geworden ist und was weiter aus ihm werden soll.
In der volkskundlichen Sammlung sind die Zeugnisse bäuerlicher und ackerbürgerlicher
Kultur vom 16. bis 19. Jahrhundert zu sehen, während die stadtgeschichtliche Sammlung
wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Stadt zeigt. Die Sammlung Bergenthal im
Obergeschoß soll einen Eindruck vom Leben und Wohnen des westfälischen Großbürgertums
im frühindustriellen Zeitalter (1840 bis 1890) vermitteln und gliedert sich in Jagdflur,
Biedermeierzimmer, "Comptoir" (Kontor), Salon und Festsaal.
In der Urkunde aus dem Jahr 1948, in der Frau Ottilie Bergenthal den Besitz mit dem
Haus selbst an die Stadt übergibt, heißt es unter anderem: "Haus und Park sind Zeugen
der rastlosen Tätigkeit der Familie Bergenthal zum Wohle der Allgemeinheit. Die
Geschichte des Hauses und seiner Bewohner ist ein Teil der Heimatgeschichte Warsteins
überhaupt, um so mehr, da wie nirgendwo in Warstein der ursprüngliche bauliche Zustand
erhalten geblieben ist. Der Name Bergenthal soll für alle Zeiten mit Haus und Garten
verbunden bleiben. Hier soll der eigentliche Mittelpunkt der im Anschluß gelegenen großen
Wilhelm-Bergenthal-Siedlung sein. Die Stadt ist gehalten, in einem Teil der Räume das
Heimatmuseum und das Stadtarchiv unterzubringen. Der große Saal kann Zwecken der
städtischen Repräsentation und der Abhaltung von kulturellen, mit der Geschichte der
Heimat verbundenen Veranstaltungen, Versammlungen und Tagungen dienen. Das Haus soll die
Stadt in den Stand setzen, Anziehungspunkt für alle zu werden, die sich im engeren und
weiteren Raum des Sauerlandes und Westfalens mit der Geschichte der Heimat, des Volkes
und seiner Gebräuche befassen. All diesen soll das Haus mit seinen Nebenräumen eine
würdige Unterkunft und Gastfreundschaft bieten, die in der Familie Bergenthal von je her
mit Selbstverständlichkeit gepflegt wurden."
Drei Generationen
|