Quelle: WP vom 02.08.2002

Seelsorge gleich Spiekermann

Belecke. (by) Mit dem Wort Gottes aus 2. Korinther (1/24) "Wir sind nicht Herren unseres Glaubens, sondern Diener eurer Freude" wurde der junge Friederich Spiekermann im Hohen Dom zu Paderborn von Lorenz Kardinal Jäger am 6. August 1952 zum Priester geweiht. Und mit ihm sein Studienfreund Joachim Degenhardt, dessen Aufstieg bis zum Kardinal er in freundschaftlicher Verbundenheit mit begleitete. So nahm Pfarrer Spiekermann vor wenigen Tagen von ihm Abschied, und es war doch geplant, auch sein Goldenes Priesterjubiläum an diesem Sonntag mit vielen Freunden, die aus der ganzen Welt zusammengekommen waren, zu feiern.

Durch Familie geprägt Spiekermanns Heimatprimiz fand vor 50 Jahren in St. Lambertus Ense-Bremen statt, in der Kirche, die zu seinem Geburts- und Heimatort Lüttringen gehört. Er ist Bauernsohn. Im Kreis von 13 Geschwistern wuchs er in dörflicher Idylle auf, lernte aber auch sehr bald Handgriff und Hilfsdienst, die auf so einem Hof anfallen. Diese Familie ist heute zu einem Verbund von 100 Menschen angewachsen. Daher gibt es in Ense-Bremen eine Jubiläumsfeier, an der auch seine Freunde vom Fußballclub, Männergesangverein und anderen gesellschaftlichen Gruppen teilnehmen werden, in denen er als Junge aktiv mitwirkte. Seine Leidenschaft für den Fußball und das Schwimmen hat er sich bis heute erhalten; die Belecker werden sich erinnern, dass Fritz Spiekermann in der "Promi-Mannschaft bei Pokalturnieren spielte.

Nach der Schulzeit studierte Fritz Spiekermann Theologie in Bad Driburg, Paderborn und Freiburg. Über mehrere Vikarstellen im Sauer- und Waldeckerland kam er 1969 (mit Schwester Anni als Haushälterin) nach Belecke und war bis 1993 Gemeindepfarrer von St. Pankratius. Von 1970 bis 1987 fungierte Spiekermann auch als Dechant des Dekanates Rüthen; seit 1995 bis jetzt ist er Subsidiar in diesem Sprengel. Über sein verdienstvolles Wirken hält sich der Gold-Jubilar in seiner bescheidenen Art zurück: "Ich habe Dinge getan, die notwendig waren, in Verantwortung für die Gemeinde. Meine Aufgabe war, Seelsorger zu sein, den Menschen zu dienen", wobei er vor allem die Alten und die Kinder immer im Auge behielt.

In sein Vierteljahrhundert auf dem Propsteiberg fielen Bautätigkeiten, die nachwirken, wie der Umbau des Jugendheims und die Einrichtung des Sakralmuseums. "Aber über dieses alles ist genug geschrieben worden, als ich den Bürgermeister-Wilke-Preis erhielt," erklärt der langjährige Gemeindeseelsorger.

Er wünscht sich, dass die Menschen zu seinem Festhochamt in die Propsteikirche kommen. Es wird am Sonntag, 11. August, um 10 Uhr von Weihbischof Hans-Josef Becker gehalten. Und auch zum Empfang ab 11.30 Uhr im Pfarrzentrum lädt er ein. Geistlicher Rat und Pfarrer i.R. Spiekermann wünscht sich statt persönlicher Geschenke zu seinem Priesterjubiläum Spenden für zwei Projekte, die ihm am Herzen liegen: Pater Godefrido Raulfs Madre de Deus in Brasilien und für Peter Danisch, der Kaplan des Bischofs Werth von Nowosibirsk in der Priesterausbildung ist. So schließt sich der Kreis Seinen Lebensabend will Spiekermann noch näher am alten Zuhause verbringen; er zieht nach Ense-Bremen in eine Wohngemeinschaft ,Betreutes Wohnen, "dann schließt sich der Kreis", sagt er. Aber vorher werden ihm die Belecker Kirchen- und Kommunalgemeinden einen Jubelfesttag bereiten, um herzlichen Dank zu sagen, denn Seelsorge in Belecke hieß über eine lange Wegstrecke Pfarrer Spiekermann, dabei an seiner Seite auch die segensreich wirkende Ordensfrau Sr. Ancilla.


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