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Quelle: Soester Anzeiger vom 04.08.2010
Zum Abschied Ausflug in die
WARSTEIN/BONN Noch einmal stand am Sonntag der langjährige
Vorsitzende der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Warstein, Friedel
Sprenger, im Mittelpunkt. Mit einer Fahrt auf den Spuren der
jungen Bundesrepublik verabschiedeten sich Mitglieder, Freunde
und Ehemalige der CDU-Fraktion von ihrem politischen Mitstreiter,
der schon seit 1969 im damaligen Rat der Gemeinde Sichtigvor und
dann bis 2009 im Rat Verantwortung übernahm.
Bewusst waren in der Vorbereitung der Fahrt Bonn und seine Umgebung
ausgesucht worden, da das politische Engagement des langjährigen
Sichtigvorer Ortsvorstehers und dortigen CDU-Vorsitzenden oft in
Beziehung zum politischen Leben der einstigen Bundeshauptstadt und
seiner führenden Politiker gestanden hatte.
So führte die Fahrt zuerst zum Palais Schaumburg, dem einstigen
Regierungssitz der Bundesregierung, wo die heimischen CDU-Politiker
im früheren Kabinettssaal Platz nehmen konnten, am Schreibtisch
von Konrad Adenauer wichtige, heute bereits historische Entscheidungen
nachvollzogen, und schließlich einige Anekdoten des „Alten“ amüsiert
entgegen nahmen.
Nach dem Mittagessen im Traditionsrestaurant „Em Höttche“, das übrigens
ähnlich wie die Warsteiner Domschänke und der frühere Belecker „Stern“
von dem Rüthener Künstler Eduard Bufé gestaltet worden war, begegnete
man in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Bad Neuenahr-Ahrweiler
dem weitläufigen unterirdischen Wohn- und Arbeitssystem für die
Bundesregierung. Dieser war in den Zeiten des „Kalten Krieges“ für
ein Überleben und politisches Agieren von 30 Tagen nach einem atomaren
Ernstfall eingerichtet und führt die Bedrohung des atomaren Zeitalters
zwischen West und Ost eindrücklich vor Augen.
Das „Konrad-Adenauerhaus“, Wohnhaus des ersten deutschen Bundeskanzlers,
war die letzte Stätte des Politausflugs in die 50er, 60er und 70er Jahre
der Bundesrepublik, ehe eine Weinprobe und ein Abendessen in Rhöndorf,
dem Heimatort Adenauers, die Reise abschloss. „Es ist immer wieder
notwendig, an den politischen Wurzeln unseres Tuns innezuhalten, um
mit Engagement und Herzblut Politik vor Ort zu betreiben“, waren sich
Friedel Sprenger und seine politischen Weggefährten einig am Ende eines
mit soviel Politik bestückten Tages.
Quelle: WR Warstein vom 21.11.2009
Feierstunde
Susanne Loebbert
Sichtigvor. Abschied nehmen hieß es für Friedel Sprenger, langjähriger Ortsvorsteher von Sichtigvor. Zahlreiche Weggefährten aus 21 Vereinen und Gruppen hatten sich gestern Abend zu der Feierstunde im Haus Teiplaß eingefunden.
Zur Verabschiedung von Friedel Sprenger hielt Helmut Fröhlich eine viel beachtete Laudatio. Den Rücktritt Sprengers von allen ehrenamtlichen Aufgaben nahm Heimatpfleger Helmut Fröhlich zum Anlass für eine Laudatio mit vielen sehr persönlichen Akzenten. War er schon in der Volksschulzeit „kein Kind von Traurigkeit” und zeigte „hohes Beharrungsvermögen”, so verfeinerte er diese Eigenschaften später als aktiver Karnevalist und Politiker.
Ungezählte Stunden habe er für die Allgemeinheit in den Jahrzehnten seines öffentlichen Wirkens aufgewendet, als Karnevalspräsident, als Ratsmitglied in Warstein, als Fraktionsvorsitzender der CDU, als Ortsunionsvorsitzender und als Ortsvorsteher. Der Laudator erinnerte auch an die Zeit als „begeisterter und verlässlicher Messdiener bei Pastor Muder” und als leidenschaftlicher Fußballspieler. „Manch eine der Klosterschwestern sah in dir einen zukünftigen Geistlichen heranwachsen”, berichtete der Heimatpfleger von seinen Recherchen, „bis sie merkten, dass der Mustermessdiener eine Freundin hatte, die Christa Schmidt hieß”.
Von einer Radtour mit zwei Jugendfreunden in den Harz an die Zonengrenze erinnerte Fröhlich ebenso wie an die von Sprenger organisierten vielfältigen Bildungsreisen in östliche Regionen. Als Leiter der Jungengruppe der Pfarrjugend, heute KJG, hatte Friedel Sprenger 1962 die Idee, Alt und Jung zusammenzuführen; Jugendliche gestalteten die ersten Altennachmittage, heute als Seniorennachmittag fester Termin im Kirchspiel — und das seit 47 Jahren. „Du hast etwas bewirkt. Darauf kannst Du stolz sein, lieber Friedel”, lobte er dieses Engagement.
Als Glanzleistung bezeichnete er das Dorfjubiläum 2006: „Als die 350-Jahrfeier anstand, war es für dich kein Problem, Vereine und Gruppen zum Mittun zu begeistern.” Solche Jubiläumsfeierlichkeiten hatte Sichtigvor bis dahin noch nicht gesehen.
Schließlich dankte Fröhlich der Frau, die „nicht nur deine Hemden gewaschen und gebügelt hat, sondern dich auch moralisch unterstützt hat, wenn dir politischer Wind entgegen blies”. Ehefrau Christa habe ein gerüttelt Maß Anteil an seinem politischen Erfolg.
Nach der mit viel Beifall bedachten Ansprache übernahm Schützenoberst Thomas Schulte die Aufgabe, im Namen aller Vereine Sichtigvors das Präsent an den scheidenden Ortsvorsteher zu überreichen: Eine Kohle-Zeichnung des Kreisels, letztes großes Projekt in Sprengers Amtszeit. Ebenso ging ein Gästebuch rund, in das die Vereinsvorstände ihre gute Wünsche schreiben konnten.
Ortsvorsteherin Heike Kruse
Dankeschön an Ehefrau
Friedel Sprenger zieht sich aus allen Ämtern zurück. Jeden Donnerstag habe er seine Sprechstunde angeboten. Bescheiden, wie er immer auftrat, beendete er schnell seine Ansprache. „Wenn Sie jetzt keine Fragen mehr haben, möchte ich schließen” — und erhielt einen letzten großen Applaus.
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