Quelle: WP vom 19.06.2001

Ruhiger geworden, aber immer noch aktiv

Belecke. (AO) "Ein nettes Mädchen", so dachte sich Heinz Wessel, als Hilde Rose immer mit dem Fahrrad an seinem Elternhaus vorbeikam. Am heutigen Tag feiert er mit dem "netten Mädchen" das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide stammen sie aus uralten Belecker Familien und sind ihrer Heimatstadt stets treu geblieben.

Noch heute wohnen Hilde (76) und Heinz Wessel (81) im Elternhaus des Goldbräutigams an der Lanfer 21. Dorthin kehrte Heinz Wessel 1945 aus Rußland zurück, dort zog er mit seiner Ehefrau ein. 1950 hatten sie standesamtlich geheiratet, 1951 folgte der kirchliche Segen. "Das Geld", erinnert sich Heinz Wessel, "reichte gerade, um zwei Matratzen zu kaufen." 1953 wurde Heinz-Josef geboren, vier Jahre später Marita, die mit ihren Familien, dazu gehören drei Enkel, heute zu den ersten Gratulanten gehören. Werkzeugmacher und Gesenkschlosser hat Heinz Wessel gelernt. Viele Jahre arbeitete er bei der AEG wo er bis zur Pensionierung Ausbildungsmeister war.

Dafür, dass er nicht den Kontakt zur Jugend verlor, sorgte eine seiner unzähligen ehrenamtlichen Aufgaben: 26 Jahre lang leitete er die Stadtbücherei. Erst mit 80 gab er diese Aufgabe ab. Während sich seine Frau, gelernte Schneiderin, um Haus und Kinder kümmerte, war ihr Heinz "fast immer unterwegs". Ratsherr, Mitglied der Amtsvertretung, CDU-Vorsitzender, Alt-Senior der Kolpingsfamilie, deren Theatergruppe er auch leitete, Vize-Senatspräsident der GBK, dies waren nur einige der vielen Aufgaben. Belecke lohnte ihm das Engagement 1991 mit dem Bürgermeister-Wilke-Preis. "Jetzt ist es ruhiger", ziehen Wessels Bilanz. Er liebt seine Doppelkopfrunden, sie singt im Kirchenchor von Heilig Kreuz und beide Kegeln gerne. Ihren jahrzehntelang treuen Lesern gratuliert auch die WESTFALENPOST herzlich zum Ehrentag.


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