Nicht jammern: Blick zurück auf Positives
19.12.2006 / LOKALAUSGABE / WARSTEIN

Von Susanne Löbbert

Warstein. Nicht nur jammern und über negative Dinge berichten wollte Bürgermeister Manfred Gödde gestern in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr. Vielmehr standen positive Ereignisse im Vordergrund. Besonders im Bereich "Kinder und Jugendhilfe" habe sich viel getan. Das Angebot der offenen Ganztagsschule wurde erweitert und vom SkF das Projekt "Eltern stärken" ins Leben gerufen. Zudem eröffnete im Kindergarten Mühlenbruch das Familienzentrum "Haus für Kinder". Wie und wo sich die Stadt und caritative Einrichtungen engagieren, wird derzeit zusammengefasst in einem Bericht, der im Februar/März veröffentlicht wird. Darin werde deutlich, "dass wir uns als familienfreundliche Stadt nicht hinter anderen Städten verstecken müssen", so Gödde.

Lobend erwähnte der Bürgermeister vor allem die Einrichtung "Warsteiner Tafel", die auf ehrenamtlicher Basis Lebensmittel an Bedürftige ausgibt. Wichtige Arbeit leiste auch der Seniorenbeirat, der am 1. Juni erstmals tagte. "Wir wollen die Meinung unserer älteren Mitbürger hören", sagte Gödde der Gruppe seine volle Unterstützung zu. Auch für den Tourismus gebe es eine Reihe neuer Ideen: Gödde nannte als Top-Besuchermagnet die "Warsteiner Welt" der Brauerei. Der "Freundeskreis Haus Kupferhammer" will mit erweiterten Öffnungszeiten das Museum neu beleben, und der neue Imageprospekt stellt die Stadt in ihren vielen Facetten vor. Ein Anziehungspunkt für Auswärtige sei das Warsteiner Allwetterbad, das demnächst um eine Saunalandschaft erweitert wird.

Für das nächste Jahr geplant sind als Highlights der 35 Meter hohe Aussichtsturm für Einheimische und Touristen am Plackweg und die Neugestaltung des Bereichs Höhle und Wildpark. Für die "Bilsteinzeit" gilt es jetzt, einen Investor zu finden. Weitere positive Aspekte gab es auch im Möhnetal: Die Sichtigvorer feierten zum 350-jährigen Bestehen "das schönste Fest im Stadtgebiet", die Arbeiten am Rückbau der B 516 und Kreisel in Sichtigvor werden jetzt abgeschlossen. Durch die neuen Märkte Aldi und Lidl "entsteht ein zentrales Einkaufszentrum für das Möhnetal", erklärte Gödde. Gebaut wird auch in Warstein: Plus zieht im Frühjahr einen neuen Markt auf dem Kersting-Gelände hoch.

Für 2007 weiter am Ball bleibt die Verwaltung in Sachen Feinstaub. Gödde hat den Verbleib des Messcontainers beim Ministerium beantragt. Einen "Kompromiss, mit dem alle leben können" erhofft er sich für das Risse-Gelände und den Oberhagen: "Wir müssen gemeinsam versuchen, den Knoten zu lösen". Neben dem Abriss einiger "Schandflecken", wie das Haus Niewöhner in Belecke, soll auch das Thema "Sauerlandwärme" in 2007 zu den Akten gelegt werden (siehe Bericht auch auf Seite 3). Kein "Problemkind" mehr sei das Krankenhaus Maria Hilf: Nach einigen strukturellen Änderungen "kann man dort wieder in eine gute Zukunft blicken, die Stimmungslage ist sehr positiv".

Erlös für Pfarrbücherei
Abschließend stellte Gödde noch ein nicht mehr ganz aktuelles Büchlein vor, von dem er einige hundert Exemplare im Keller des Rathauses gefunden hat: "Die Stadt Warstein im Dreißigjährigen Krieg", im März 1971 im Auftrag von Bürgermeister Heiner Linnenbrügger und Stadtdirektor Willi Klasmeier herausgegeben; Autor ist Oberstudienrat Dr. phil Günter Sandgathe. Gegen eine kleine Spenden von 1, 2 Euro kann es erworben werden. Der Erlös soll an die Pfarrbücherei St. Pankratius im Gemeindezentrum gehen. Welcher Höhepunkt die Warsteiner für 2007 erwartet, steht für Gödde schon fest: Das Bundesschützenfest Mitte September; 10 000 Schützen werden in Warstein erwartet.


Artikel vom 04. Januar 2007
"Darauf dürfen wir stolz sein!"
JAHRESRÜCKBLICK DER ORTSVORSTEHER

Friedel Sprenger über "Mikas Hütte", das Heimatbuch, das Osterfeuer, den Schnadezug, die Prozession und den historischen Markt
Von Ortsvorsteher Friedel Sprenger
SICHTIGVOR · Die Ernte ist eingefahren: Mehr als fünf Jahre haben wir für das Dorfjubiläum im Jahre 2006 geplant, über das Jahr verteilt haben wir dann den 350. Geburtstag von Sichtigvor gefeiert. Heute erinnern nur noch die Autoaufkleber mit dem Jubiläumslogo an die tollen Veranstaltungen. Aber ich denke, jeder Sichtigvorer hat seine ganz subjektive Erinnerung. Mich persönlich erinnert unter anderem täglich die Hütte, die ich für meinen Enkel Mika erworben habe, an diese schöne Zeit. Diese steht auf meinem Grundstück auf der Wiese, die für den "Historischen Markt" am 20. August als Waschplatz hergerichtet worden war.

Ich erinnere mich an die vielen Vorbereitungsveranstaltungen wie Einwohner- und Anliegerversammlungen, Arbeitskreissitzungen, Sitzungen mit Vereinsvorständen, Handwerkern und Gewerbetreibenden, Behördentermine.

Nie vergessen werde ich die einzelnen Stationen der tollen Geburtstagsfeier im vergangenen Jahr. Als Auftakt im Jubiläumsjahr wurde am 31. März das unter der Leitung von Helmut Fröhlich erstellte neue Heimatbuch "Sichtigvorer Geschichten" im Kloster Mülheim vorgestellt. Die Buchvorstellung war ein voller Erfolg. Herr Michael Schmitt, in Warstein geboren und jetzt Pfarrer in Sundern, begeisterte mit dem Festvortrag "Heimat im Wandel - Wo bin ich zu Haus?" über 80 Besucher im überfüllten Festsaal.

Beim Abbrennen des Osterfeuers, das von der KJG aufgeschichtet worden war, versammelte sich das gesamte Kirchspiel Mülheim auf dem "Damm" und der "Hammerwiese".

Unter dem Motto "Im Jubiläumsjahr kontrollieren wir die Grenzen zu allen Nachbarn" begrüßten wir am 20. Mai die Abordnungen aus Allagen, Hirschberg, Warstein, Belecke, Mülheim und Waldhausen. Der Grenzbegang begann mit einem Gottesdienst am Dreiländereck. Teilweise regnete es heftig, trotzdem schien die ganze Gemeinde auf den Beinen zu sein. Auch die Abordnungen der Nachbarn waren zahlreicher als wir erwartet hatten. Danke!

Wie vor 30 Jahren feierten die Sichtigvorer und ihre Gäste das Waldfest am 10. und 11. Juni auf dem Erlenbruch.

Unvergessen wird allen Teilnehmern die Fronleichnamsprozession am 15. Juni bleiben. Birkenbüsche und Fahnen krönten den Prozessionsweg, Blumenteppiche waren ausgelegt, Altäre aufgebaut und fünf Ehrenbögen wie in den 50er Jahren aufgestellt worden. Als Pfarrer Sauerwald in der Kirche verkündete, "wir lassen uns durch den Regen nicht von der Prozession abhalten", erhielt er spontan Beifall.

Am 6. August hatten sich hunderte passiver und aktiver Erntehelfer im Haselfeld eingefunden, um mit einem Selbstbinder nach alter Methode Korn zu mähen und es in Richten aufzustellen. Beim Historischen Markt wurden die Garben an der Römerstraße mit einem "Dreschkasten" gedroschen.

Höhepunkt des Jubiläumsjahres war das Festwochenende vom 18. bis 20. August. Beim Fest- und Heimatabend platzte das Haus Teiplaß aus allen Nähten, die Plätze reichten nicht aus. Waren es nun 9 000 oder 10 000 Gäste - wir haben sie nicht gezählt...

Das Pontifikalamt am 19. August fiel buchstäblich ins Wasser. Der Gottesdienst auf der Aktionsbühne musste wegen eines heftigen Gewitters abgebrochen werden. Weihbischof König setzte die Messe, die er mit zehn der Pfarrei verbundenen Priestern feierte, in der Pfarrkirche St. Margaretha fort.

Mit Böllerschüssen wurde am nächsten Morgen der Markttag eröffnet. Um zehn Uhr überbrachte der Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Grüße des Landes NRW. Von da an ergoss sich ein Strom von über 10 000 Besuchern über die "Geiermeile".

Auch der gegen Mittag niedergehende kräftige Schauer trübte die Stimmung nur für kurze Zeit. Am Nachmittag waren alle 100 Marktstände von Menschen belagert und durch Alt-Sichtigvors Straßen schoben sich die Menschenmassen.

Fragt man sich zum Schluss: Hat das Ganze etwas gebracht? Haben sich die Anstrengungen gelohnt? Ich habe nur positive Rückmeldungen bekommen. Ganz gleich mit wem und wo man darüber spricht, es gab nur anerkennende Worte. Und die Einheimischen? Es hat Spaß gemacht, wir haben viel auf die Beine gestellt, darauf dürfen wir stolz sein. Und die Organisatoren? Wir bereuen keine Minute der Vorbereitungszeit, wir würden alles noch einmal genau so machen!

Der Warsteiner Anzeiger druckt in den nächsten Tagen nacheinander die persönlichen Jahresrückblicke der Ortsvorsteher aus dem Warsteiner Stadtgebiet ergänzt durch ein kurzes Interview ab.


Artikel vom 09. Januar 2007
Initiativen zum DSL-Anschluss noch nicht von Erfolg gekrönt
JAHRESRÜCKBLICK DER ORTSVORSTEHER Karl Jacobs will neuen Versuch starten Spendenbereitschaft der Waldhausener war groß - Suche nach Standort für Bolzplatz

Von Ortsvorsteher Karl Jacobs
WALDHAUSEN · Wegen der prekären Haushaltslage der Stadt Warstein fanden im Jahr 2006 in Waldhausen keine städtischen Investitionen statt. Die Waldhausener Vereine haben in Eigenleistung bzw. Eigenfinanzierung folgende Vorhaben durchgeführt:
- Der Kirchenvorstand hat die in 2005 begonnene Außenrenovierung der St.-Barbara-Kirche abgeschlossen. Für das kommende Frühjahr ist eine umfangreiche Innenrenovierung beschlossen.
- Der Vorstand der St.-Antonius-Schützenbruderschaft hat in einem Teil der Schützenhalle (kleine Halle und Thekenbereich) eine neue Deckenheizung installiert. Für das Frühjahr 2007 ist die Verlegung eines neuen Fußbodens geplant.
- Die Theatergruppe hat für ihre beliebten Aufführungen eine neue Bühnendekoration erstellt.
- Leider konnte die geplante Schaffung eines Bolzplatzes noch nicht erfolgen, da die Suche nach einem geeigneten Platz noch andauert.

Einzige Gaststätte im Ort hat 2006 geschlossen
- All' meine Initiativen, die Waldhausener mit einem DSL-Anschluss zu versorgen, waren leider nicht erfolgreich. Hier erwarte ich seitens der Stadtverwaltung im neuen Jahr eine stärkere Unterstützung, da Waldhausen die einzige Ortschaft in der Stadt ist, die nicht am DSL-Netz angeschlossen ist. Hierdurch haben die Mitbürger/innen finanzielle Nachteile.
- Bedauerlich ist, dass die einzige Gaststätte im Ort zum Jahresende geschlossen hat. Vereins- und Familienfeiern können - wie bisher- in der Schützenhalle bzw. im Feuerwehrgerätehaus durchgeführt werden.
- Äußerst positiv bewerte ich die finanzielle Spendenbereitschaft meiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. Im vergangenen Jahr wurden für kirchliche Projekte insgesamt genau 2818,00 Euro gespendet. Jeder Schützenbruder spendete für die Renovierungsarbeiten in der Schützenhalle 100,00 Euro.
- Nicht unerwähnt möchte ich meine Spende (Aufwandsentschädigung als Ortsvorsteher) von 12 mal 159,00 Euro = 1908,00 Euro lassen, die ich für folgende Zwecke verwendet habe:

Feuerwehr 150,00 Euro, Schützenfrühstück 420,00 Euro, Pflege Dorfplatz 120,00 Euro, Karnevalsverein MüSiWa 140,00 Euro, 350-Jahr-Feier Sichtigvor 130,00 Euro,Teppich für Turnraum 462,00 Euro, Adventsfeier Senioren 386,00 Euro, Straßenfest "Höhre" 100,00 Euro.

Besonders danke ich Hugo Kleeschulte und Paul Schlüter, die als Waldhausener Seniorenvertreter erstmals gewählt wurden, für ihren bisherigen Einsatz.

Ich wünsche allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern für 2007 ein erfolgreiches, gesundes Neues Jahr und hoffe auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle unseres Dorfes.