Warsteiner Anzeiger vom 02. Februar 2006

Neuer Kapitän für Schulschiff Lioba
Martina Nolte trat gestern die Nachfolge von Schulleiter Gerhard Kirchhoff an

Von Jens Hippe
WARSTEIN · Irgendwie fühlte man sich gestern Vormittag im Lehrerzimmer der Lioba-Grundschule Warstein wie auf hoher See, denn beim Amtsantritt der neuen Rektorin Martina Nolte fanden viele Bilder aus der Seemannssprache Verwendung. "Wenn man anfängt, hat man viele Pläne und viele Ziele. Aber denken sie daran, der Kapitän braucht immer eine gute Mannschaft", führte Schulrätin Marion Offergeld, die ihre Lehrerlaufbahn selbst vor 30 Jahren an der Lioba-Schule begonnen hatte, die Nachfolgerin des in den Ruhestand getretenen Gerhard Kirchhoff ein.

Martina Nolte griff das seemännische Wortspiel in ihrer kurzen Begrüßungsansprache an das Kollegium auf. Beim Kapitänswechsel auf die "MS Lioba" sei es am "wichtigsten, dass die Crew fest zusammen hält. Und da bin ich mir 100 Prozent sicher, dass das hier läuft", verteilte sie Vorschusslorbeeren. "Wir werden das Schulschiff Lioba sicher durch alle Gefahrenzonen bringen", erklärte sie an einem "für mich ganz wichtigen Tag", an dem sie sich freute, "dass das Lehrerzimmer so voll ist".

Die neue Leiterin, die von Angelika Bolzenius und Gabriele Jungmann von der Schulpflegschaft mit einem Bild für ihr neues Büro beschenkt wurde, ist kein echter Neuzugang an der Liobaschule. Die zweifache Mutter ist hier bereits seit August 1997 tätig, seit drei Jahren ist sie Konrektorin. Der erste Kontakt zur Lioba-Schule entstand bereits Ende der 80-er Jahre im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bei der Arbeiterwohlfahrt. Ihre erste Lehrerstelle hatte sie von 1990 bis 1994 an der Grundschule in Brenken. Nach einem dreijährigen Erziehungsurlaub war sie kurzzeitig in Fürstenberg tätig.

Der Schritt, sich als Kirchhoff-Nachfolgerin zu bewerben, fiel ihr leicht, denn sie schätzt das "außerordentlich harmonische Arbeitsklima" und das "engagierte Kollegium", das das Schulleben aktiv mitgestaltet, weit über die Dienstpflicht hinaus, das immer ins Rad greift, wenn es eng wird". Ihr persönliches Ziel als Schulleiterin hat Martina Nolte auch schon formuliert: "Ich möchte eine angstfreie Lernatmosphäre schaffen, in der Kinder mit Freude, Elan und Motivation lernen".


Quelle: Westfälische Rundschau vom 28.01.2006

Schüler verabschieden Kirchhoff mit Rektorenmarsch


Ein letztes Mal inmitten seiner Schülerschar: Rektor Gerd Kirchhoff wird am 31. Januar pensioniert. Zum Abschied sangen 215 Schüler für ihn den "Rekorenmarsch". Fotos: Frank Beilenhoff Nils Töpler aus der Klasse 4a darf Zauberer Stephan Lammen beim "gefährlichsten aller Kartentricks" assestieren.

Warstein. (Be) Mit einem eigens einstudierten "Rektorenmarsch" haben die 215 Schüler der Lioba-Grundschule gestern ihren Schulleiter Gerd Kirchhoff verabschiedet. Der 64-Jährige wird am 31. Januar pensioniert. "Das war eine tolle Überraschung. Ich bin sehr glücklich", erklärte der scheidende Schulleiter inmitten seiner Schützlinge. Zum Dank für 20 Jahre Rektorat trugen drei Schüler aus dem vierten Schuljahr ein Gedicht über den zukünftigen Pensionär vor. Vertreter der Elterschaft schenkten Kirchhoff eine Ballonfahrt. "Genau das richtige für mich. Ich bin schon immer gerne in die Luft gegangen", bedankte er sich mit einem Schmunzeln.

Insgesamt 27 Jahre war Kirchhoff an der Liobaschule tätig, davon 23 Jahre in der Schulleitung. Zuvor hatte er in Sichtigvor und Allagen unterrichtet. Für die Sorgen und Nöte von Eltern, Schülern und Kollegen hatte Kirchhoff immer ein offenes Ohr. "Zuhören und Probleme mit fester Hand anfassen, war seine Devise", erklärte die zukünftige Rektorin Martina Nolte. Beim Umsetzen sinnvoller, pädagogischer Reformen fungierte Kirchhoff als Motor. Der gebürtige Warsteiner trat stets für ein gutes Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern ein. Auch im Kollegium sorgte er für eine harmonische Atmosphäre.

In erster Linie lagen Gerd Kirchhoff aber natürlich die Kinder am Herzen. Für sie schlüpfte er in der Vergangenheit sogar in die Rolle des "Indianerhäuptlings vom Stamm der Liobaner" oder des "Zirkusdirektors vom Zirkus Liobarum". Auch bei seinem Abschied hatte der begeisterte Hobbyzauberer eine Überraschung vorbereitet: Die Schüler wurden von Magier Stephan Lammen aus Münster in der Turnhalle verzaubert.