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Quelle: Warsteiner Rundschau vom 01.02.2006
Rektor ins Herz geschlossen
Sichtigvor. (is) Niemals geht man so ganz: Helmut Fröhlich, der gestern als Rektor verabschiedet wurde, bleibt der St. Margaretha Grundschule noch als Nachbar erhalten.
Natürlich wird er ab und zu vorbeischauen, aber den Tag an dem er Schülern und Kollegium "Auf Wiedersehen" sagen musste, erlebte er als einen Knotenpunkt im Leben, der sich von anderen wesentlich unterscheidet: "Dieses Mal geht kein Weg zurück." Mit "gemischten Gefühlen" verfolgte der Ehrengast in der Turnhalle die kleine Abschiedsfeier. Heimlich hatten Kinder und Lehrerinnen Lieder und Sketche vorbereitet.
Als er am Morgen seines letzten Arbeitstages aus dem Fenster des Sekretariats schaute, winkten ihm alle Schüler/innen zu, aufgestellt um ein rot-weißes Herz aus Luftballons. "Sie müssen runterkommen, wir wollen sie in unser Herz einschließen," forderte Lehrerin Dorothee Wessel den Schulleiter auf. Während der die Treppen hinunter eilte, sangen die Kinder "Schule ist schön, wenn man so einen Rektor hat!"
In der Turnhalle wartet bereits der Überraschungsgast. Ehefrau Bärbel hatte sich mit dem Festkomittee verbündet und Begebenheiten aus dem Leben des Pädagogen verraten. Auf dem goldenen Thron, den Fröhlich eigenhändig für die Aufführung des Theaterstücks "König der Löwen" zusammengebastelt hatte, durfte er nun selber Platz nehmen.
"Stimmt alles" kommentierte er die gespielten Geschichten der Mädchen und Jungen. Sie zeigten, wie die Laufbahn des jungen Volksschullehres Helmut Fröhlich einst in Waldhausen begann. Weil der Wind eiskalt durch alle Ritzen pfiff, soll er damals bereits um vier Uhr in der Frühe den Bollerofen im Klassenraum angeheizt haben. Weitere Stationen waren Belecke und Drewer. Als Leiter der St. Margaretha Schule kam er 1987 nach Sichtigvor. "Ohne Fröhlich, ohne uns" machte ein Protestzug der Schüler deutlich. Sie konnten besänftigt werden: "Herr Fröhlich hat sich den Ruhestand verdient".
Langeweile wird der Buchautor, Heimatforscher und Hobbybastler ganz sicher nicht haben. Die erste große Ruhestands-Aktion ist schon geplant: Eine Fahrradtour kreuz und quer durch Galizien (Polen/Ukraine).
Quelle: Warsteiner Anzeiger vom 01. Februar 2006
Ein Kapitel ist zu Ende,
Helmut Fröhlich gestern nach 18 Jahren als Rektor der Grundschule Sichtigvor in den Ruhestand verabschiedet - Letzte Amtshandhandlung: "Heute keine Hausaufgaben"
Gerührt verfolgten Helmut und Bärbel Fröhlich von ihrem Ehrenplatz die Tänze und Theaterstücke der Grundschüler.
Von Jens Hippe
Die Klasse 1 a eröffnete das kurzweilige Programm mit dem Tanz "Hut ab", die Klasse 3 b steuerte das Stück "What a wonderful music" bei. Der Lehrerkarriere Helmut Fröhlichs widmeten sich die 4. Klassen. "Geheime" Informationen hatte dessen Ehefrau beigesteuert. So konnte der 64-Jährige noch einmal erleben, wie er sich als Junglehrer an der Mittelpunktschule Waldhausen in den Wintermonaten im Morgengrauen auf den Weg dorthin machte, um den Ofen für Lehrer und Schüler anzuheizen oder wie er und seine Kollegen 1968 bei einer Klassenfahrt nach Goslar nachts ihrer Papiere beraubt wurden. Die nächste Panne bei einer Klassenfahrt ereilte Fröhlich 1973. Alle Schüler hatte er vor einer Fahrt nach Luxemburg ermahnt, ordnungsgemäße Papiere mit sich zu führen. Doch an der Grenze war es ausgerechnet der künftige Ruheständler, dessen Pass abgelaufen war. "Ich habe dann aber für 5 Mark einen Tagesausweis bekommen", wurde Fröhlich nicht zurückgewiesen.
Nach dem Tanz "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett" der Klasse 3 a, betraten erneut die 4 Klassen die Bühne und "drohten" mit einer Demonstration. "Wir lassen uns das nicht gefallen", wollten sie ihren Lehrer mit dem guten Herz, der auch einen Scherz versteht, nicht gehen lassen - taten es dann aber schweren Herzens doch.
Nach dem von allen Schülern gesungenen Schlusslied "Bald ist es geschehen" bedankte sich Helmut Fröhlich mit einem letzten - großen Jubel auslösenden - Abschiedsgeschenk bei den Mädchen und Jungen: "Heute gibt es keine Hausaufgaben!"
Fröhlich hatte seine Lehrerlaufbahn 1967 in der Mittelpunktschule Waldhausen
begonnen, war dann nach kurzen Gastspielen in Sichtigvor und Belecke 1976
nach Drewer gewechselt. 1987 kehrte er als Nachfolger von Fritz Bamberg als
Rektor nach St. Margaretha zurück. Nachfolgerin Ulrike Theurich tritt heute
ihren Dienst an.
Quelle: Warsteiner Rundschau vom 21. Januar 1958
Für die neue Schule Mülheim/Sichtigvor
Baukosten 584.000 DM / Dank an alle Mitarbeiter / Radio und Tonbandgerät als Geschenk
Sichtivor/Mülheim Für die beiden Gemeinden Sichtigvor und Mülheim war der Sonnabend
ein großer Tag. Nach dreijähriger Bauzeit war es nun so weit, daß die Schule am Springteich ihrer
Bestimmung übergeben werden konnte. 240 Jungen und Mädchen beider Gemeinden werden hier
unterrichtet werden. Nach einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche fand an der Schule in Anwesenheit
der Geistlichkeit, der Vertreter der Verwaltung, des Kreises und der Gemeinden unter großer Beteiligung
der Bevölkerung eine Feierstunde statt.
Am Eingang der Schule übergab der Bauleiter Ing. Becker zugleich als Vertreter des verhinderten Planers
Baurat Padberg den Schlüssel an Hauptlehrer Wessel. Pfarrer Schoppmeier nahm dann nach einem
kurzen Gebet die kirchliche Weihe vor. Pfarrer Schoppmeier erläuterte dann kurz die Vorgeschichte des
Schulbaus und die Verhältnisse in der alten Schule. Er äußerte den Wunsch, daß die feste Einheit, die
bisher zwischen Kirche und Schule bestand, weiterbestehen bleiben möge und daß man sich nach wie
vor auf die beiden Aufgaben konzentrieren sollte: unterrichten und erziehen. Namens der Kirchengemeinde
beglückwünschte er dann die beiden Gemeinden zu dieser schönen Schule.
Den Reigen der Ansprachen
Schulrat Plümpe, der dann namens der Schulbehörde sprach und die Grüße der Regierungspräsidenten
überbrachte, wünschte seinerseits der Schule alles Gute und Gottes Segen. Er appellierte an die Lehrpersonen,
bei der Ausbildung der Kinder in diesem schönen Räumen größte Sorgfalt walten zu lassen. Nachdem dann
Amtsbürgermeister Kropff namens der Amtsvertretung sowie Amtsdirektor Geissler als früherer Amtsdirektor
kurz das Wort ergriffen hatten, sprach Sichtigvors BürgermeisterJosephs.
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Er dankte namens der Gemeinde der Regierung, der Verwaltung und den Leuten vom Bau für ihre Mitarbeit
und wünschte den Kindern und Lehrern, daß sie sich in der neuen Schule wohl fühlen mögen.
Zum Schluß der Feierstunde sprach noch Hauptlehrer Wessel, der namens der Lehrerschaft und der Kinder
die Freude auszudrücken suchte, die alle am heutigen Tag bewegte. "Gestern und heute" nannte er seinen
kurzen Vortrag, in dem er auf die Geschichte der alten Schule und auf die unerträglichen Schulverhältnisse,
die seit Jahren in den beiden Gemeinden herrschten, hinwies. Im Namen der am Bau beteiligten Handwerker
übergab dann Gemeindevertreter Brandenburg der Schule als Geschenk ein Radiogerät mit sechs Lautsprechern,
und ein Tonbandgerät, ein Geschenk, für das sich Hauptlehrer Wessel im Namen der Kinder herzlich bedankte.
Die Schule kostete 584.000 DM und ist das größte Bauwerk im Möhnetal.
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