Alter der Warsteiner Bürgerschützengesellschaft

Wie bei allen frühen westfälischen Schützengesellschaften findet sich auch bei der Bürgerschützengesellschaft Warstein keine Urkunde, die die Gründung oder Aufrichtung der Gesellschaft bezeugt. Eine seriöse Altersbestimmung kann sich aber nur auf schriftliche Zeugnisse und Überlieferungen stützen, auch wenn klar ist, daß das wahre Alter der Schützengesellschaft weit höher anzusetzen ist.

Die Warsteiner Bürgerschützen berufen sich bei ihrer Altersbestimmung auf eine Urkunde aus dem Jahre 1621 im Warsteiner Stadtarchiv. In dieser Urkunde wird dem "ehrengeehrten Schutten broder" Balthasar Deißberg eine Schuld von 20 Reichsthalern verschrieben. Diese Urkunde ist im vollständigen Wortlaut in der "Chronik der Bürgerschützengesellschaft Warstein" wiedergegeben. Sie ist das älteste bekannte schriftliche Zeugnis, das auf das Bestehen einer Schützengesellschaft in Warstein hindeutet.

Aus zeitlich früher datierten Dokumenten unserer Nachbargemeinden erfahren wir über die Existenz dortiger Schützengesellschaften und -bruderschaften. So werden Rüthen (1447) Belecke (1448), Brilon (1417) und Kallenhardt (1558) erstmalig erwähnt, und es ist sicherlich nicht falsch, wenn wir auch Warstein in diese Reihe einordnen. Leider ist aber durch das Fehlen entsprechender Schriftstücke ein solcher Nachweis nicht möglich.

Noch etwas muß am Anfang dieser Festschrift erörtert werden: Ist die Bürgerschützengesellschaft Warstein e.V. 375 Jahre alt? Diese Frage muß eindeutig verneint werden. Unsere heute existierende Bürgerschützengesellschaft ist erst am 16. Juni 1949 gegründet bzw. wiedergegründet worden, nachdem sie 1939 von den Nationalsozialisten aufgelöst worden war. Aber es kann kein Zweifel daran bestehen, daß über Jahrhunderte hinweg eine geschichtliche Kontinuität im Warsteiner Schützenwesen festzustellen ist.

Der Volkskundler Sauermann hält es für „historisch nicht gerechtfertigt, wenn die heutigen Schützenvereine ihre Gründungsdaten über eine Zeit vor 1815 hinaus zurückversetzen. Die Schützenvereinigungen vor dieser Zeit unterscheiden sich grundlegend von denen, die sich im 19. und 20. Jahrhundert herausbildeten.“

Der Hinweis auf den Unterschied ist natürlich richtig, aber ohne die jeweiligen Vorgängerorganisationen hätten sich nicht die heutigen Schützengesellschaften und Schützenbruderschaften bilden können. Somit läßt sich sicherlich mit Recht der Bogen von den mittelalterlichen Verteidigungsorganisationen zu den heutigen Schützenvereinen spannen. Alle Schützenvereinigungen halten es zur Zeit so, daß sie die erste Erwähnung des Schützenwesens in ihrer Gemeinde oder Stadt zum Anlaß für ihre Jubiläumsfeierlichkeiten nehmen. Und deshalb können auch die Bürgerschützen in Warstein dieses Recht für sich in Anspruch nehmen und stolz darauf sein, einem der ältesten Vereine der Stadt Warstein anzugehören und 1996 das Jubiläum zum 375. Bestehen zu feiern.

Die Entwicklung des Schützenwesens in Warstein
Im Mittelalter spielten die Schützengesellschaften eine große Rolle bei der Verteidigung der Städte. Sie waren besonders ausgebildete Bürger, die sich durch ständige Übungen an den Waffen auf die Abweisung von Angriffen vorbereiteten. In Warstein gab es einen „Schüttenhof“ am Dahlborn, etwa dort, wo jetzt das Altersheim steht. Dies war wohl das Übungsgelände für die Schützen der Stadt, außerhalb der Stadtmauern gelegen. Hier bereiteten sich die mittelalterlichen Schützen auf den Verteidigungsfall vor.

Zur Verteidigung der Stadt waren alle männlichen Bürger verpflichtet. Dazu wurden die verteidigungsfähigen Männer in Rotten zu je 10 - 15 Mann eingeteilt. 1708 wurde ein Appell der 11 Rotten der Stadt durchgeführt, bei dem der Zustand der Waffen überprüft wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Schützen - Compagnie, so wurde die Vereinigung der Schützen in Warstein zu dieser Zeit genannt, aber längst ihre militärische Bedeutung verloren. Die Landesverteidigung war mit dem Ende des Mittelalters in die Hände des Landesherrn, in unserem Gebiet also des Kölner Kurfürsten übergegangen.

Die Schützen hatten jetzt andere Aufgaben in der städtischen Gemeinschaft übernommen. Dazu gehörten Polizeidienste und sozial-karitative Aufgaben, wie zum Beispiel die Betreuung von Kranken oder die Unterstützung von sozial schwachen Bevölkerungsschichten. Auch das Bestatten von Toten gehörte vielfach zu den Aufgaben der Schützen. Daneben hatte sich eine weitere Aufgabe der Schützen herauskristallisiert: die Durchführung des Schützenfestes mit dem Vogelschießen.

Im nun folgenden Kapitel sollen in chronologischer Reihenfolge die bekannten Begebenheiten aus der Geschichte der Warsteiner Schützen angeführt werden.

Geschichtliche Begebenheiten aus zwei Jahrhunderten
In den folgenden Abschnitten werden einige Begebenheiten aus dem dem 17. Jahrhundert aufgeführt, die der Lokalhistoriker Bernhard Wiemeyer in uns leider nicht bekannten Akten gefunden hat. Sie seien hier in der chronologischen Reihenfolge genannt. Aus dem Jahre 1621 ist die schon oben erwähnte Urkunde im Stadtarchiv erhalten.

1645 wird in einem Rechtsstreit in einer Grundstücksangelegenheit ein Schützenbruder erwähnt. Diesem Rechtsstreit liegt ein Sachverhalt aus dem Jahre 1621 zu Grunde. Sehr ausgelassen müssen am Pfingstmontag des Jahres 1671 einige Schützenbrüder nach Hause gekommen sein: die Offiziere Fritz Tilmann, Hunolt Lutter, Johann Fischer, Schwickert Voßloh und Helmich Tilmann sowie der „Trummenschläger“ Jörgen Scholer und der nicht namentlich erwähnte Stadtdiener zogen laut und ausgelassen durch die nächtlichen Straßen der kleinen Stadt. Jörgen Scholer signalisierte das Kommen der Gruppe mit „offenem und hellem Trummenschlag“

Da begegnete ihnen der Johann Stracke, mit dem es zu einem Wortwechsel kam. Schwickert Voßloh fragte ihn, ob er ein „Speon“ sei, allein Stracke trieben ganz andere Sorgen zu nächtlicher Zeit noch auf die Straße, wie sie in den Schützenfestnächten auch heute noch gelegentlich Väter haben. Er wollte seinen Sohn vom Schützenfest heimholen. Stracke meinte, daß sich die Herren Offiziere durch das „offene Trummenschlagen“ verdächtig machten. Das nahm Schwickert Voßloh zum Anlaß, den Johann Stracke kräftig mit seinen Armen zu schütteln, und Fritz Tilmann versuchte gar, ihn mit den Füßen zu treten, wobei er ihn in die Lendengegend traf, und titulierte ihn obendrein mit den Worten: „du Grobian, du Schelm.“ Derweil versuchte Schwickert Voßloh erneut, auf den Johann Stracke einzuschlagen, wobei er ihm zurief, er werde unter seinen Händen sterben. Stracke erstattete Anzeige gegen die Schützenoffiziere beim Magistrat und benannte als Zeugen, die sich der randalierenden Gruppe zugesellt hatten, den Johann Rehborn, Hans-Peter Werneck, Johann Schulte und die Witwe Croll. Soweit die Akten - und dann hören und sehen wir von der ganzen Affäre nichts mehr. Dem Magistrat war es - so gut wie uns nach über 300 Jahren - klar, wo der Hase im Pfeffer lag. Unsere braven Schützenoffiziere hatten zu tief ins Glas geschaut und machten sich, als sie vom Fest aus dem Rathaus nach Hause gingen, auf derbe Weise Luft. Sie waren ausnahmslos ordentliche und friedliche Menschen, die im Ernst gar nicht daran dachten, den armen Stracke totzuschlagen. (Soweit die Prozeßakten, die in den Volksbanknachrichten März-Mai 1970 nachzulesen sind.) 1677 ist von einem weiteren Rechtsstreit die Rede. In dieser Urkunde heißt es unter anderem, daß ein Schützenbruder am Pfingstmittwoch vom Schützengelag nach Hause gekommen ist.

Damit sind die Nachrichten aus dem 17. Jahrhundert schon erschöpft und auch für die Zeit von 1700 - 1800 sind wir nicht gerade reichlich mit Quellenmaterial versorgt. 1709 wird ein Jost von Enst als Anführer der siebten Schützenrotte genannt. Jost von Enst bekleidete im Magistrat das Amt des Chur- und Gemeinsherren, des Oberratsherren, eines Senators und des Stadtkämmerers. Ihm unterstanden folgende elf Schützen: Wilm Schmiding, Johann Winter, Ricus Tegeler, Wilhelm Arndt Clöver, Jost Itzig, Arndt Piper, Dirck Funke, Bartholomäus Fisch sen., Dirck Pingel, Wilm Kirsch und Jost von Enstes Sohn Hermann. Im Besitz der Bürgerschützengesellschaft Belecke befindet sich die Abschrift einer Urkunde aus dem Jahre 1807, deren Original aus dem Jahre 1712 stammt. Damals kam es zur Auflösung und Erneuerung der Belecker Schützengesellschaft. In dieser Urkunde heißt es „...Da hingegen bei uns benachbarten Städten als Rüthen, Warstein, und Hirschberg die Schützenämter in ansehnlichen Flor gehalten werden, und celebrieren und dieses um so mehr, weil alle solche Ämter theils Authoritate Civici Magistratus privilegirt und fundiret seyn, so entschlossen sich die Schützenbrüder (in Belecke d. Verf.) das alte Schützenamt aufzuheben.“ Aus dem Jahre 1727 befindet sich ein Papierfragment im Besitz der Bürgerschützengesellschaft Warstein, darin heißt es: Cr. Schmidt ahn Brucht (= Strafe) wegen Versäumniß der Schützenmesse item (= ebenso) Hermann Renneken wegen Ohngebühr auf dem Schützenhoff. Vorgenannte sollen bezahlen innerhalb Vierzehn tägen, die bald ein Jahr warstein 26 Marti 1727" Bei Christian Schmidt steht ein "bezahlt" auf dem Rand vermerkt, während bei Renneken "will nicht" steht. Einen weiteren Hinweis finden wir in der Gründungsurkunde der St. Sebastianus Junggesellenschützenbruderschaft Warstein vom 3. Juni 1767. Darin heißt es, daß die Junggesellenschützen „mit ihren Fahnen, Trommeln und Gewehren vor der hochlöblichen Bürgerlichen Schützen - Compagnie hergehend, auf Pfingst Montag der Procession beiwohnen und sich der Bürgerlichen Schützen - Compagnie gleich halten“ sollen. 1796 erhalten wir die nächste und letzte Nachricht aus diesem Jahrhundert: Die jahrhundertealte Schützen - Compagnie wird aufgelöst. Was geschehen war, wird in diesem kurfürstlichen Dekret nicht gesagt. Wir erfahren nur, daß das Eigentum der Schützen an die Kirche bzw. an die Stadt Warstein fällt, darunter das sicherlich sehr wertvolle und alte Kleinod (Königsschild) und das Schützenbuch.

Die Neugründung und Entwicklung der Schützengesellschaft im 19. Jahrhundert
Erst 1824, nach den Wirren der napoleonischen Kriege und dem Ende der hessisch - darmstädtischen Herrschaft, wurde ein neuer Verein gegründet, der sich diesmal Bürger - Schützen - Bruderschaft zu Warstein nannte. Das Wort Schützengesellschaft taucht dann aber sofort wieder im ersten Paragraphen des Gründungsstatuts auf. In diesem Statut, das 24 Paragraphen umfaßt, wird das Leben der Bruderschaft bis in kleinste Einzelheiten geregelt. Insbesondere der Schützenfestablauf, das Vogelschießen und die Teilnahme an der Pfingstmontags- und Dreifaltigkeitsprozession werden ausführlich beschrieben. Interessant ist es, hier zu erfahren, daß jeder Schütze sein eigenes Gewehr zum Vogelschießen mitbrachte, das er aber zunächst vom Hauptmann und seinen Offizieren auf die Sicherheit überprüfen lassen mußte. Ein Schmunzeln läßt sich sicher nicht vermeiden, wenn man den Paragraphen 18 liest: „Dem Hauptmann und den Führern liegt es besonders ob, ohnnachsichtig darauf zu halten, daß ... Nicht minder auch, daß auf dem Tanzsaale ein ruhiges und anständiges Betragen beobachtet, keiner mit einem Kittel bekleidet, darauf zu lassen, und kein Tanzen mit bedecktem Kopf oder Pfeife im Mund gestattet, und die vorgeschriebene Tanz - Ordnung genau befolgt werde.“ Interessant ist schließlich auch der Paragraph 22, in dem es um die Rechte und Pflichten des Königs geht: „... Der König erhält, außer daß er frei vom Gelage ist und das Ehrenzeichen während des Festes tragen kann, eine auf Kosten der Gesellschaft angeschaffte Medaille im Werthe von zwei Rthlr. Dem König steht es frei, der Gesellschaft zum Andenken seines errungenen Sieges eine silberne Denkmünze an das Ehrenzeichen des Königs zu schenken. Weitere Ausgaben sollen bei dem Königsein nicht verbunden sein.“

Diese Statuten erfuhren dann im Jahre 1839 eine Veränderung, denn der damalige Vorstand war mit der zu geringen Beteiligung der Schützenbrüder am Zug zur Vogelstange nicht einverstanden. Bei Strafe von 10 Silbergroschen wurde jeder Schützenbruder verpflichtet, sich am Pfingstmontag nach der Prozession dem Zug vom Rathaus zur Vogelstange anzuschließen, um dem Vogelschießen beizuwohnen. 1829 machte die Stadt Warstein folgende Angaben über die Schützengesellschaft an die preußische Regierung:
1. Das Schützenfest wird im Rathaus zu Warstein gefeiert.
2. Die Schützengesellschaft setzt sich aus der Warsteiner Bürgerschaft zusammen.
3. Als Jahr der Einstellung wird hier das Jahr 1800 genannt.
4. Als Jahr und Datum der Erneuerung wird der 28. Februar 1825 angegeben.
5. Als Tage der Dauer des Schützenfestes werden Pfingstmontag, Pfingstdienstag, sowie der Dreifaltigkeitssonntag und -montag angegeben und zwar jeweils bis abends neun Uhr.
6. Das Vermögen der Gesellschaft besteht aus einer alten und einer neuen Fahne, außerdem werden noch verschiedene andere Gegenstände genannt.
7. Die Jahresbeiträge richten sich nach den Bedürfnissen und danach, ob mehr oder weniger Mitglieder am Fest teilgenommen haben.
8. Die Anzahl der Mitglieder wird mit 122 angegeben.

1829, also vier Jahre nach der Neugründung, erfahren wir aus einem Schriftwechsel des Vereins mit der Stadt Warstein interessante Einzelheiten über die Vermögensverhältnisse der 1796 aufgelösten Schützen Compagnie. Die Stadt Warstein gewährt dem Verein nämlich einen Zuschuß zur Anschaffung einer neuen Fahne mit der Begründung, daß ihr ja seinerzeit das Vermögen der Compagnie im Werte von 126 Reichstalern zugefallen sei. Dieses Vermögen bestand aus einem Garten auf dem Kohlmarkt, einem Grundstück in Hirschberg und aus angelegten Kapitalien, die zum Beispiel in der Stadtrechnung 1826/27 aufgeführt sind. 1832 übernimmt die Stadt die Kosten für Orchesterplätze und die Anschaffung neuer Sitze für den Rathaussaal, um das Schützenfest dort besser feiern zu können. Schon 1846 wurden die oben angeführten Statuten einer grundlegenden Revision unterzogen. In der Präambel heißt es nämlich: „Die der hiesigen Schützengesellschaft gehörigen, im Jahre 1824 entworfenen Grundstatuten, haben in der langen Zeit soviel Umänderungen erlitten, daß sich der zeitige Vorstand veranlaßt fand, die früheren Statuten nebst den hinzugekommenen Veränderungen auf's neue zu ordnen.“

Da in der „Chronik der Bürgerschützengesellschaft Warstein“ ausführlich auf den Inhalt dieser Statuten eingegangen wird, will ich mich hier auf einige wichtige Einzelheiten beschränken. An der Spitze der Gesellschaft stand ein Hauptmann. Sechs Führer und zwei Fähnriche vervollständigten den Vorstand. Das Schützenfest wurde am Pfingstmontag, Pfingstdienstag und am Dreifaltigkeitstage gefeiert. Die Paragraphen 28 bis 46 regeln ausführlich bis in Einzelheiten den Festverlauf und das Vogelschießen. Interessant sind noch die in den Paragraphen 47 bis 49 aufgeführten Strafbestimmungen, von denen ich hier einige zitieren möchte. „Die Strafen, welche gegen die Schützenbrüder verhängt werden können, sind:
1) Geldstrafen.
a) wer mit Vorsichtigkeit oder Muthwillen Bier verschüttet, verfällt in eine Strafe von 2½ bis 5 Sgr.
b) wer während des Festes in Gläsern Bier unten auf der Flur verschenkt, verfällt in eine Strafe von 5 Sgr.
c) wer in der im §. 30 näher beschriebenen Uebung nicht erscheint, verfällt in 5 Sgr. Strafe.“

Dieser Paragraph 30 beinhaltet ein Exerzierreglement für eine Gruppe von 24 ausgesuchten Schützenbrüdern nebst Vorstand und Führern. Er sei hier noch einmal wörtlich zitiert: „Während vier Wochen vor dem Feste versammeln sich die 24 Schützen nebst dem Schützen - Vorstand und Führer, welche dann alle schon 8 Tage vorher bestellt worden sind, auf dem Rathaus - Saale zur Uebung mit den Gewehren und des Marschierens; dies geschieht auch am Pfingstsonntag=Nachmittag nach beendigtem Gottesdienste; an diesem Tag wird jedoch von der Gesellschaft für diese ein Anker Bier (1 Anker Bier sind ungefähr 40 Liter) gegeben. Wer ungeachtet der Bestellung an diesem Tage ausbleibt, verfällt in die im §. 47 gesetzte Strafe. Sodann begleitet der ganze Zug an dem letztgedachten Tage mit den 6 Führern unter Musik und Trommelschlag, jedoch abwechselnd, die Fahnen nach der Wohnung der Fähndriche.“ Die preußische Regierung war nicht immer mit der teilweise sehr ausgelassenen Feier des Schützenfestes in den Städten und Dörfern einverstanden. Sie erließ nämlich 1846 folgende Verfügung: „... hat die Königliche Regierung untersagt, daß den Teilnehmern bei den Festen das Getränk auf Kosten der Vereinskasse verabreicht wird. Dadurch sollen Unregelmäßigkeiten und Völlerei abgestellt werden. Jeder Teilnehmer soll seine Zeche selbst bezahlen. Der Schützenvorstand hat dafür Sorge zu tragen, daß die angemessenen Güter (Bier und Essen) für billigen Preis zu haben seien, damit auch die ärmeren Volksklassen am Schützenfest und am Gelage teilnehmen können. Wenn dies nicht der Fall ist, und die unteren Volksklassen nicht am Schützenfest teilnehmen können, können die Schützenfeste ganz untersagt werden.“ 1858 folgt noch eine weitere Verfügung, in der es heißt, daß der Ausschank von Branntwein und ähnlichen Spirituosen gänzlich untersagt wird. Wünschenswert wäre es auch, die Sitte oder vielmehr Unsitte des Freibiers, die bei der Feier vieler Schützenfeste besteht, gleichzeitig zu beseitigen. Auch sollte das Fest nicht länger als zwei Tage dauern.

In die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts fällt auch der Bau der Schützenhalle auf dem Herrenberg. Als Warstein noch ein geruhsames Ackerbürgerstädtchen war, wurde das Schützenfest im Rathaus gefeiert, das wohl genügend Platz für alle Feierwilligen bot. Mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Anstieg der Bevölkerung reichte der Platz aber nicht mehr aus. (Einwohner in Warstein 1800: ca. 1200, 1850: ca. 2700) Ein Festzelt war nicht so komfortabel und eine etwas unsichere Angelegenheit, da es zweimal durch einen Sturm zerstört wurde. So wurde dann in den Jahren 1851 und 1852 unter großen Opfern der Schützenbrüder auf dem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück die Schützenhalle erbaut. 1500 Taler kostete der Neubau Sie war 45 mal 15 Meter groß, was in etwa der Fläche des heutigen großen Saals entspricht. An der Spitze des Vereins stand damals der Gewerke Wilhelm Bergenthal, der den Neubau finanziell unterstützte, indem er dem Verein ein Darlehen gewährte, das mit vier Prozent verzinst werden sollte. Die Stadt stellte das Bauholz „zu einer ermäßigten Taxe zur Verfügung.“ In der folgenden Zeit wurde die Halle durch Um- und Anbauten ständig erweitert, bis 1928 der kleine Saal die Vergrößerungsphase abschloß. 1600 Quadratmeter betrug die Grundfläche des Gebäudes damit und bot auch der stark angewachsenen Bevölkerung Warsteins eine für alle Zwecke geeignete Feststätte. Diese alte Schützenhalle ist 1945 durch Brandstiftung zerstört worden und mußte in den folgenden Jahren komplett wiederaufgebaut werden. Wir werden weiter unten noch davon hören.

Ab 1850 greifen staatliche Stellen immer stärker auch in den Ablauf der Schützenfeste ein. Die größte Kritik richtet sich dabei gegen die zum Teil sehr lange Dauer der Schützenfeste. Per Regierungserlaß wird im Jahre 1858 die Dauer auf zwei Tage begrenzt. Die beiden Warsteiner Vereine stellen daraufhin 1863 einen Antrag auf Verlängerung des Festes auf drei Tage. Diesem Antrag wird entsprochen, wohl auch deshalb, weil die Feier des Schützenfestes immer auch mit religiösem Brauchtum (Prozessionen) verbunden war. Beschwerden kommen aber auch von kirchlicher Seite. Trinkgelage und Tanzlustbarkeiten sind der damaligen Geistlichkeit wohl ein Dorn im Auge. 1838 beispielsweise wird von einem unbekannten Denunzianten beim erzbischöflichen Generalvikariat Beschwerde darüber geführt, daß die Schützen die Pfingstprozession mit Musik und Trommelschlag begleiten und die Eucharistie mit dem Hut auf dem Kopfe begleitet werde. Bürgermeister Gutjahr stellt in einem Brief an die bischöfliche Behörde klar, daß dies ein uralter Brauch sei und die Feierlichkeit des Geschehens durch die Anwesenheit der Schützen erhöht werde. Pfarrer Aufenanger (Pfarrer von 1842-1859) schlägt zum Beispiel vor, die Schützenhalle in ein Krankenhaus umzubauen, dann sei das Gebäude einem würdigeren Zweck zugeführt. Aber alle diese Schwierigkeiten können die Entwicklung des Vereins nicht aufhalten und gegen Ende des Jahrhunderts kann man durchaus von einer Blütezeit des Schützenwesens in Warstein sprechen. Das sieht man allein schon daran, daß bedeutende Persönlichkeiten der Stadt immer wieder als Vorstandsmitglieder oder als Könige der Gesellschaft in Erscheinung treten. Hier sind zum Beispiel Mitglieder der Familien Bergenthal, Peus (Warsteiner Gruben- und Hüttenwerke), Schmitz (Amtmann) und Cramer zu nennen. Das Königspaar Schmitz/Peus schenkt dem Verein 1890 ein Diadem für die Königin. In diese Zeit fällt auch die Gliederung der Schützengesellschaft in Kompanien. Wir erfahren aus den Unterlagen des Vereins, daß z. B.1869 eine neue Pankratiusfahne (Nordkompanie), 1886 eine neue Fahne für die Ostkompanie angeschafft wird. 1897 schenkt die Brennerei Anton Bergenthal der Südkompanie eine neue Fahne. In diese Zeit, gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, fällt auch die Ausprägung des Festablaufs, so wie er heute noch praktiziert wird. Ich denke dabei besonders an die Form der Umzüge und vor allem der Parade auf dem Marktplatz. Preußische Militärtradition hattte hier wohl Pate gestanden. Von der der militärisch zackigen Parade früherer Zeiten ist allerdings heute nicht mehr das meiste zu sehen. Das Paradieren wird locker gehandhabt und nicht mehr so tierisch ernst genommen. Wohl gerade deshalb konnte sich diese Form bis in unsere Zeit erhalten und gilt immer noch als einer der Höhepunkte der alljährlichen Schützenfeste. Die Entwicklung im 20. Jahrhundert Im Jahr 1900 kam das neue Bürgerliche Gesetzbuch heraus. Für den Verein bedeutete dies eine Änderung im juristischen Sinne. Aus einem Verein mit Korporationsrechten wurde der eingetragene Verein. Deshalb mußten in diesem Jahr die Statuten überarbeitet und der neuen Gesetzeslage angepaßt werden. Der Vorstand bestand jetzt aus einem Oberst, einem Hauptmann und vier Beisitzern. Im gleichen Jahr erwarb der Verein von der Stadt das Grundstück, auf dem die Schützenhalle erbaut worden war. Folgende Vorstandsmitglieder werden 1901 genannt: Fritz Bönner (Vorsitzender), Josef Bönner (sein Stellvertreter), Josef Frensel, Klemens Menke, Ferdinand Brüggemann und Peter Struif. 1905 wird Carl Göke als Vorsitzender genannt und 1908 wird Direktor (der Hüttenwerke) Josef Meschede zum Oberst gewählt. Mit Beginn des I. Weltkrieges kommt die Vereinstätigkeit zum Stillstand. Die Schützenhalle wird an die Stadt verpachtet und dient dieser als Turnhalle. 1917 wird der Keller der Halle zum Rübenkrautherstellen benutzt. Nach dem Krieg wird der Kaufmann Bernhard Peters zum Oberst gewählt. Nach dem verlorenen Krieg brechen schwere Zeiten für die Bevölkerung und für den Verein an. Viele Schützenbrüder sind nicht aus dem Krieg zurückgekehrt, die Halle ist in einem erbarmungswürdigen Zustand, denn durch die Nutzung als Krautküche hat der Fußboden starken Schaden genommen. Die Stadt erklärt sich schließlich bereit, die von ihr zu verantwortenden Schäden in Höhe von 18.000 Mark zu ersetzen. 1927/28 wird der kleine Saal fertiggestellt. Dies ist in der nun wirtschaftlich nicht gerade rosigen Zeit eine schwere Belastung für den Verein. Immer wieder findet sich in den Protokollen der Vorstandssitzungen und Generalversammlungen der Hinweis auf die schwierige finanzielle Lage des Vereins. So betrugen die Defizite in der Kasse 1930: 1200 RM, 1931: 2000 RM, 1932: 3000 RM. Sonderbeiträge sollen nun helfen, die Salden auszugleichen. Nicht zuletzt deswegen sinkt aber die Mitgliederzahl des Vereins von 712 auf 650. Der an die Macht gekommene Nationalsozialismus vereinnahmt nun auch die Schützenvereine, die im Zuge der Gleichschaltung zwangsweise Mitglied im NS - Reichsbund für Leibesübungen werden. 1938 wird beschlossen, daß die Offiziere statt der bisher üblichen Kappen Hüte tragen sollten.. Außerdem wird ein neuer Kugelfang an der Vogelstange angebracht. 1939 wird ein schwarzes Jahr für die Bürgerschützengesellschaft, der Verein wird aufgelöst und das Vermögen beschlagnahmt. Entgegen einer Verfügung der Gestapo in Dortmund hatten einige Offiziere in Uniform und mit Degen und Schärpe an der Pfingstmontagsprozession teilgenommen. Der Verein geht in Liquidation und erhält sein Vermögen erst nach dem Krieg zurück. Einen weiteren herben Rückschlag erhält der Verein, als in der Nacht vom 22. auf den 23. März 1945 die Schützenhalle durch ein Feuer völlig zerstört wird. Wahrscheinlich hatten SS - Leute Feuer gelegt, um die in der Halle untergebrachten französischen und russischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter umkommen zu lassen.. Gott sei Dank können sich aber alle Menschen aus dem Inferno retten. Innerhalb weniger Stunden ist das Werk von Generationen zerstört worden, und der Verein steht vor dem Nichts.

Die Nachkriegszeit
Nach der Befreiung durch die Amerikaner kamen die Mitglieder des alten Vorstandes zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Emil Herre, Anton Wrede, Ernst Fisch, Heinrich Hense-Gaes, Albert Cramer, Karl Müller und Karl Meyer machten zunächst eine Eingabe an das Vereinsregister, um den verbotenen Verein wieder ins Leben zu rufen. Planungen für den Wiederaufbau der Halle begleiteten von nun an die nächsten Vorstandssitzungen. Eine weitere Schwierigkeit ergab sich aus der Tatsache, daß die britische Militärregierung das Vermögen des Vereins beschlagnahmt hatte, da dieser in der Hitlerzeit Mitglied einer NS-Organisation gewesen war.

1947 kam es zu einer ersten Mitgliederversammlung, zu der 56 Mitglieder erschienen waren. Alle waren sich einig, daß die Halle wiederaufgebaut werden sollte. 1948/49 wurde zunächst die kleine Halle wiederhergestellt, so daß die Junggesellen in diesem Jahr erstmals nach dem Krieg ihr Schützenfest wieder in der Halle feiern konnten. Am 16. Juni 1949 wurde die Bürgerschützengesellschaft wiedergegründet. Erster Vorsitzender wurde Josef Albers. Sammlungen und der Verkauf von Anteilscheinen, aber auch großzügige Hilfen durch die Stadt Warstein brachten dem Verein die finanziellen und materiellen Mittel, um auch den großen Saal wiederaufzubauen. Erwähnt werden muß hier auch die Bereitwilligkeit vieler Handwerker und Unternehmer, die auf einen Teil ihrer Gelder verzichteten, um die Finanzen der Bürgerschützengesellschaft zu schonen.
Besonders hervorzuheben sind hier die Verdienste von Theodor Krähling, Albert Cramer sowie des Bürgermeisters Josef Menke, die es durch ihren unermüdlichen Einsatz schafften, daß 1950 die Bürgerschützen ihr erstes Schützenfest nach dem Kriege feiern konnten. Im Oktober des gleichen Jahres bekam der Verein sein Vermögen zurück. Die Herrenbergshalle wurde in Sauerlandhalle umbenannt. In den folgenden beiden Jahren wurden dann die letzten Arbeiten an der Halle durchgeführt, so daß sie wieder allen Warsteiner Vereinen für ihre Festlichkeiten zur Verfügung stand. Unter anderem wurde eine neue Zwischendecke eingezogen, ein Holzfußboden gelegt und die Heizungsanlage eingebaut. Auch in den folgenden Jahren wurden immer wieder Renovierungen und Erneuerungen an der Halle durchgeführt, die dem Verein nicht nur große finanzielle Opfer abverlangten, sondern auch immer den Arbeitseinsatz von Vorstand, Offizierskorps und Schützenbrüdern erforderlich machte.

An dieser Stelle kann nicht auf alle Einzelheiten der Bautätigkeit eingegangen werden, das würde den Rahmen dieser Festschrift sprengen. In der Chronik der Bürgerschützen ist ja schon ausführlich darauf eingegangen worden. Deshalb will ich mich hier auf wichtige Ereignisse rund um das Schützenwesen beschränken. 1957 wurde erstmals ein Kröneabend durchgeführt, zu dem der König den Hofstaat, den Vorstand und die Offiziere, sowie Verwandte und Bekannte einlud. Im gleichen Jahr wurde eine neue Fahne der Ostkompanie eingeweiht, zu dem viele Abordnungen befreundeter Vereine kamen. 1959 wurde die Gaststätte „Zum Schützenkrug“ eröffnet, nachdem durch den Neubau der Empore Platz für einen neuen Speisesaal geschaffen worden war. Am 9. und 10. September 1961 fand in Warstein das Bundesschützenfest statt. 6700 auswärtige Gäste kamen aus dem ganzen Sauerland und bildeten zusammen mit 10 Musikkapellen und 31 Spielmannszügen einen Festzug, wie ihn die Stadt Warstein bis dahin noch nicht gesehen hatte. Anläßlich dieses Ereignisses wurden die heute noch gebräuchlichen einheitlichen Schützenhüte angeschafft. 1968 folgte dann als weiteres Großereignis das Kreisschützenfest des Schützenkreises Arnsberg. Eine wichtige Änderung im Festablauf des Schützenfestes ergab sich 1970. Auf Wunsch des Festwirtes wurde erstmals am Pfingstsonntag ein Festball veranstaltet. Das Ständchenbringen der Bürgerschützen wurde auf den Samstag verlegt und wird seitdem zusammen mit den Junggesellen durchgeführt.
1976 fand der Westfälische Schützentag in Warstein statt. 3000 Schützen kamen nach Warstein und und nahmen am Festumzug teil.
1977 findet ein erstes Königstreffen statt, zu dem zahlreiche ehemalige Königspaare von Junggesellen- und Bürgerschützen erscheinen.
1981 wird der große Saal einer umfassenden Renovierung unterzogen, deren wichtigste Maßnahme das Einziehen einer neuen Decke ist. Auch Bühne, Empore und Beleuchtung werden erneuert und umgestaltet. 1982 findet ein zweites Treffen aller ehemaligen Königspaare statt. 1984 wird erstmals ein Seniorennachmittag durchgeführt, zu dem die älteren Schützenbrüder, sowie die Witwen verstorbener Schützenbrüder eingeladen werden. 1985 überschreitet die Mitgliederzahl des Vereins erstmals die Zahl 1000. Die Neugestaltung des Marktplatzes ruft auch die Schützenbrüder auf den Plan, die eine Verkleinerung ihres Paradierplatzes befürchten. Die Stadtvertretung hat ein Einsehen und beschließt, eine Baumreihe weniger zu pflanzen. Eine wichtige Satzungsänderung wird in diesem Jahr von der Mitgliederversammlung beschlossen. Die Verwaltung der Sauerlandhalle wird einem Hallenwart übertragen. Im März dieses Jahres verstarb das Ehrenmitglied der Bürgerschützengesellschaft Paul Cramer. Während seines 25-jährigen Wirkens im Vorstand der Bürgerschützengesellschaft hatte sich Cramer, der immer still im Hintergrund wirkte, große Verdienste um das Schützenwesen erworben. Ohne seinen Rat und seine tatkräftige Unterstützung hätte die Sauerlandhalle wohl nicht so ausgebaut und gestaltet werden können, wie wir sie heute vorfinden. Die Bewerbung der Bürgerschützengesellschaft um das Europaschützenfest 1987 wird nicht von Erfolg gekrönt. Das größere Lippstadt erhält den Vorzug. 1986 wird ein zweiter Seniorennachmittag veranstaltet. Im Sommer dieses Jahres erhält die große Halle einen neuen Parkettfußboden. 1987 wird in einem festlichen Rahmen eine neue Fahne der Südkompanie eingeweiht. Viele Vereine aus der Nachbarschaft geben diesem Fest einen würdigen Rahmen. Die Parade zum Schützenfest findet auf der Rangestraße statt, da der Marktplatz wegen der Umbauarbeiten nicht benutzt werden kann. 1988 findet erneut der Westfälische Schützentag in Warstein statt. In diesem Jahr erscheint eine umfassende geschichtliche Darstellung der Geschichte der Bürgerschützengesellschaft. Schon vorher waren zwar einzelne Abschnitte der geschichtlichen Entwicklung verfaßt worden, aber ein Gesamtüberblick fehlte. Diese 93 Seiten der „Chronik der Bürgerschützengesellschaft Warstein“ finden bei den Schützenbrüdern, aber auch bei der übrigen Bevölkerung großen Anklang.
1990 steht ganz im Zeichen des Umbaus der Gastwirtschaft „Zum Schützenkrug“ in einen Festraum, der für große und kleine Familienfeste angemietet werden kann. Das Königspaar Ruth und Helmut Borgelt stiften ein neues Königinnendiadem.
1991 findet ein weiteres Seniorentreffen der Bürgerschützen statt. Im folgenden Jahr findet das 4. Königstreffen gemeinsam mit den Junggesellenschützen statt.
1994 löst Hartwig Bigge den langjährigen Oberst der Bürgerschützengesellschaft Josef Sauerwald ab. Sauerwald stand 17 Jahre lang der Gesellschaft vor. Für seine Verdienste um den Verein wird er von der Mitgliederversammlung zum Ehrenoberst gewählt. Erstmals wird in diesem Jahr ein Kompanievergleichsschießen durchgeführt. Ein weiteres Seniorentreffen wird in diesem Jahr in Verbindung mit dem Erntedankfest durchgeführt. Der Ehrenoberst Paul Wrede wird unter großer Beteiligung der Schützenbrüder zu Grabe getragen.

Eine weitere Neuerung bringt das Jahr 1995. Als „geborenes“ Mitglied wird die Ortsvorsteherin Helga Fisch Mitglied im Vorstand der Bürgerschützengesellschaft. Im März verstirbt das langjährige Vorstandsmitglied und Mitglied im Kreisvorstand des Schützenkreises Arnsberg Norbert Sprave. Herausragendes Ereignis des Jahres 1996 ist die Feier zum 375. Bestehen des Schützenwesens in Warstein. Aus Anlaß dieses Festes findet ein Kaiserschießen statt. Die Kaiserkette wird von der Volksbank Warstein gestiftet.


Lexikon für die Stadt Warstein, erstellt durch Horst Hassel,
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