Kerstin Wördehoff
Allagen. „Christliche Frauengemeinschaft Allagen/Niederbergheim”: Unter diesem Namen fungiert der neue Verein, der aus der ehemaligen kfd Allagen-Niederbergheim hervorgeht.
Am Donnerstagabend entschied sich die Mehrheit der kfd-Frauen für den Austritt aus dem Bundesverband (wir berichteten) und will nun eigene Wege gehen: „Wir sind ein Verein, der nicht mit der alten Tradition brechen will. Wir wollen sie weiterführen und allen Frauen, auch denen, die ein Fortbestehen der kfd befürworten, gerecht werden”, erklärte der unmittelbar nach dem Austritt gewählte Vereinsvorstand. Er setzt sich aus Martina Kemper, Helma Kutscher, Monika Störmann und Ursula Berlinghoff zusammen.
„An der Arbeit vor Ort ändert sich nichts. Wir bleiben der Kirche treu. Auch unter dem neuen Namen können wir eine starke Gemeinschaft sein. Wir schließen niemanden aus”, fügen die Vorständlerinnen hinzu.
Kein politisches Gewicht
„Ich verstehe die Frauen”, räumte kfd-Bezirksvorsitzende Martina Schulte-Lennert ein. „Das Problem ist, dass der Solidaritätsgedanke nicht über den Ort hinaus besteht”, ergänzte sie und merkte an: „Je mehr ich mich im Verband engagiere, je mehr ich ihn fordere, umso mehr fließt an Mitgliedsbeiträgen auch zurück.” „Der neue Verein hat kein politisches Gewicht. Er kann nur vor Ort etwas bewegen”, machte auch die Referentin der Bundesgeschäftsstelle, Dr. Heide Mertens, deutlich.
Dieser Umstand sei den Frauen bewusst, „aber uns geht es doch um die Arbeit vor Ort”, so Martina Kemper.
Mitgliedbeitrag: Zehn Euro
Zehn Euro wird zukünftig der Mitgliedsbeitrag der „Christlichen Frauengemeinschaft Allagen/Niederbergheim” betragen. Am Montag, 25. Januar, werden sich diejenigen, die sich weiter im neuen Verein engagieren möchten, um 20 Uhr im Pfarrheim treffen, um die nächsten Schritte zu planen. Allen Frauen, die der kfd treu bleiben wollen, versprach Martina Schulte-Lennert: „Der Verband wird es auf allen Wegen unterstützen, wenn Frauen aus Allagen in der kfd bleiben wollen.”
KOMMENTAR:
Das Votum war eindeutig, zumindest rein zahlenmäßig. Nun nimmt der
neue Verein seine Arbeit auf. So einfach, wie dies klingt, ist die
Sache aber nicht. Viele Frauen wollen der kfd auch weiterhin die
Treue halten. Es sei gerade die Größe des Verbands, die ihnen ein
Gefühl gebe, eine starke Frauengemeinschaft hinter sich zu haben,
sagen sie. Dies ist verständlich, nicht mehr oder weniger, als das
Ansinnen der Protestlerinnen, die sich mehr Rückhalt für die
eigentlich so hoch gelobte „Basis” gewünscht hätten. Die Zeit wird
zeigen, ob der Austritt die richtige Entscheidung war. Beide Seiten
benötigen nun starke Frauen, die wieder Harmonie bringen nach
Allagen-Niederbergheim.