Eine musikalische Reise durch die
Zeit - Wahrer Gratulantenreigen beim
großen Jubiläumskonzert


Als musikalische Botschafter der Gründungszeit begeisterten die "alten Herren" unter der Leitung von Rolf Hillebrand im voll besetzten Haus Teiplaß. Fotos: Ingrid Schmallenberg

Sichtigvor. (is) "Euer Himmel soll auch in Zukunft voller Geigen hängen!" Den Glückwünschen von Ortsvorsteher Friedel Sprenger zum 200. Geburtstag des Musikvereins Sichtigvor schloss sich während des großen Jubiläums-Konzertes im Haus Teiplaß eine nicht enden wollende Riege von Gratulanten an.

Zur Feier des Tages luden die Musiker ihre Gäste zu einer musikalischen Reise durch die Zeit ein. Kaum hatte der Vorsitzende Wolfgang Claus die Passagiere des Traumschiffes in das Gründungsjahr 1805 entführt, als ihm ein 200jähriger Quertreiber mit Krückstock bewaffnet ins Wort fiel: Uli Peitz, auf alt getrimmt mit Zylinder auf schlohweißem Haupt und in passgenauen Gehrock gezwängt, unterbrach den historischen Exkurs des Vereinsvorsitzenden. Er konnte nicht glauben, dass Mülheimer Jungs wie die legendären Gebrüder Schnieder unter dem Namen "Musikverein Sichtigvor" aufgetreten wären. "Da prallen zwei komplett unterschiedliche Stammesgruppen aufeinander, das hätten die nie gemacht!" Mit dem sturköpfigen Haudegen, der auf Plattdeutsch Dönekes von anno dazumal zum Besten gab und Wolfgang Claus, dem objektiven Chronisten einer wechselvollen Vereinsgeschichte war ein Moderatorenpaar ganz nach dem Geschmack des Publikums geboren.

Sie kündigten als musikalische Botschafter der Gründungszeit die Alten Herren des Vereins an. Mit schmissiger Marschmusik erinnerten die "Herren mit dem lichten Haar" an die sieben Männer der ersten Stunde, die im Jahr 1848 für 22 Reichstaler beim Schützenfest in Mülheim aufgespielt hatten. Über Mozarts "kleine Nachtmusik", dargeboten von der Saxophongruppe, ging die Zeitreise zu den Volksliedern der Heimat. Uli Peitz: "Getz abba tüchtich mitsingen!"

Den Sprung ins 20. Jahrhundert schafften die Musiker im Parademarsch. Hier waren es wieder die Alten Herren, die den Patrioten Marsch mit der Nationalhymne ausklingen ließen. Die "wilden Zwanziger" läutete die "Big Band" mit "Little Brown Jug" ein. Erinnerungen an die Comedian Harmonists weckte "Mein kleiner Grüner Kaktus" aus dem Jahr 1945 und schließlich erschienen die Pilzköpfe aus Liverpool auf der Bildfläche. Mit dem Beatles Song "Ob-la-di Ob-la-da" bewies Katrin Koch, dass sie mindestens so gut singen, wie Flöte spielen kann. Nach dem (leider) nur einmaligen Auftritt der Sängerin verabschiedeten sich die "Jubilare" mit "Ross Roy" was, wie der 200jährige sinnig bemerkte, "nix mit einem Pferd zu tun hat".

Blumen und ein hochprozentiges Geschenk gab es für den Dirigenten Andreas Franke, der das musikalische Konzept des Abends entwickelt hat. Ohne Zugabe duften die Hornisten und ihre Bläserkollegen die Bühne nicht verlassen. Ein begeistertes Publikum erklatschte sich den Karl-Teide-Mix und ließ sich kurz vor Mitternacht mit "Mein Regiment" auf eine rauschende Ballnacht einstimmen. Weiterer bericht Seite 2 WR Warstein 03.10.2005


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