Quelle: WP Warstein vom 11.11.2005
Aus Suttrop nicht wegzudenken
Zählt im Jubiläumsjahr 45 aktive Musiker und 12 in Ausbildung: Der Musikverein Suttrop, der vor 25 Jahren gegründet wurde und seitdem das Dorfleben bereichert.

Von Armin Obalski

Suttrop. Nicht mehr aus dem Ort wegzudenken ist der Musikverein Suttrop. Dennoch mussten die Suttroper lange ohne eigene Blaskapelle auskommen - genauer gesagt 66 Jahre, bis sich 1980 der heutige Musikverein gründete. Dieses Jubiläum ist Anlass für das Jubiläumskonzert, das am Samstag, 19. November, gemeinsam mit dem Kirchenchor Cäcilia, der seit 60 Jahren besteht, in der Hubertushalle stattfindet.

"Ursprünglich hat es in Suttrop schon einmal eine Blaskapelle gegeben und die war nicht mal klein", berichtet Gerhard Herting, Dirigent und Vorsitzender des Musikvereins aus der Geschichte. Gegründet hatte sich diese 1903, ging dann aber 1914 bedingt durch den Mangel an Musikern ausgelöst durch den 1. Weltkrieg im Orchester der Westfälischen Klinik auf. Vor 25 Jahren setzten dann Gerhard Hertings Vater Anton und Heinz Knippschild ihre Idee zur Gründung eines Musikvereins in die Tat um und stießen auf reges Interesse.

Zwei Initiatoren Die erste Probe fand am 1. Oktober 1980 in der Schützenhalle statt. Der Stamm der aktiven Mitglieder bestand bei der Gründung neben den beiden Initiatoren aus Anton Müller, Johann Ludwig, Hugo Heinrich, Franz Koch, Edmund Müller, Walter Gudemann, Franz Wienold, Heinz Nöllecke, Monika Wienold und Gerhard Herting. Den Vorsitz übernahm Anton Herting. Schon an Weihnachten des selben Jahres gab es den ersten Auftritt. Die Musiker spielten Weihnachtslieder an verschiedenen Punkten im Ort - Beginn einer Tradition, die sich bis heute erhalten hat.

Dass die Musiker so rasch fit waren für das öffentliche Zusammenspiel, lag daran, dass ein großer Teil von ihnen bereits in der Klinikkapelle aktiv war. Erster Dirigent war Heinrich Knippschild, ein aus Suttrop gebürtiger Berufsmusiker, der erst als Rentner aus Ost-Berlin in die Heimat zurückkehren konnte.

Unmittelbar nach dem ersten Auftritt begann bereits die Nachwuchsausbildung, die bis heute, wie Gerhard Herting betont, im Musikverein "ganz groß geschrieben wird". So kam es, dass das noch junge Orchester bereits zwei Jahre nach seiner Gründung 24 Mitglieder zählte.

Große Anstrengungen Einer der ersten großen Höhepunkte war für den Musikverein, der inzwischen neue Probenräume im ehemaligen Bürgermeisteramt bezogen hatte, die Mitwirkung am von der Spielleutevereinigung ausgerichteten Kreismusikfest 1984 in Suttrop. Als fünf Jahre nach der Gründung mit einem volkstümlichen Konzertabend dieses kleine Jubiläum gefeiert wurde, lagen große auch materielle Anstrengungen hinter dem Verein. Blasinstrumente, Schlagzeug, Noten und Uniformen musste mit der wachsenden Zahl der Mitglieder und der Ansprüche angeschafft werden.

Neues Konzept In diese Jahre fiel auch ein Dirigentenwechsel. Anton Herting übernahm bis 1989 diese Aufgabe, anschließend reichte er den Taktstock an Sohn Gerhard weiter. Den Vorsitz hatte in den 90er Jahren Klaus Fredebeul inne, dem bis 1999 nochmals Anton Herting folgte. Seitdem lenken Gerhard Herting und 2. Vorsitzender Frank Meinold die Vereinsgeschicke im Team. Mit dem Vorstandswechsel änderte sich das Konzept. "Das Motto lautete, neue Wege zu gehen, um die Musiker nicht zu überfordern", erläutert Gerhard Herting. Daher trennte man sich von Verpflichtungen und konzentrierte sich auf das Wesentliche: Freude an der Musik.

Aktuell zählt der Musikverein 45 aktive Mitglieder und 12 in der Ausbildung. Sein Können wird er bei dem Jubiläumskonzert am Samstag, 19. November, ab 20 Uhr in Form eines musikalischen Rückblicks auf die Höhepunkte der vergangenen 25 Jahre präsentieren. Zu hören gibt es etwa "Spirit of Youth", das allererste Konzertstück, das aufgeführt wurde. Daneben erklingen volkstümliche und klassische Musik sowie Musicalmelodien.

Gerhard Herting verspricht "kein steifes Programm", sondern einen bunten, von kleinen Talkrunden aufgelockerten Abend, durch den Jochen Mues führen wird. Als Höhepunkt werden Musikverein und Kirchenchor gemeinsam Carl Orffs "Carmina burana" aufführen. Karten gibt es im Vorverkauf für 5 Euro in allen Suttroper Geschäften sowie zu 6 Euro an der Abendkasse.


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